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Die Branche Logistik in Leipzig stärkt auch die Wertschöpfungsketten anderer Wirtschaftscluster: Dank leistungsfähiger 24-Stunden-Logistik erreichen Waren aus Leipzig internationale Märkte oft schon am nächsten Tag. Global agierende Unternehmen wie Kühne + Nagel oder DHL Global Forwarding setzen ebenso auf den Standort wie spezialisierte Logistiker für Pharma- und Biotechnologie.

Zugleich ist Leipzig ein Hotspot für digitale Logistikinnovationen. Wissenstransfer wird hier zur Anwendung gebracht, neue Technologien finden schnell den Weg in den Betrieb. Die Stadt versteht sich bewusst als Testfeld: für smarte Prozesse, automatisierte Abläufe und neue Konzepte der letzten Meile. Leise, emissionsarm und effizient – in Leipzig wird Logistik neu gedacht und praktisch erprobt.

Logistik 2025 in Zahlen

40.020 Beschäftigte

1.219 Unternehmen

1,05 Milliarden Umsatz

55,8 Prozent Umsatzentwicklung seit 2015

Klimafreundliche Logistik: CargoBeamer auf Wachstumskurs

Ein Güterzug von CargoBeamer fährt durch eine Landschaft
© CargoBeamer

Das Leipziger Logistik-Scale-up CargoBeamer sicherte sich im Februar 2025 eine Finanzierung von 65 Millionen Euro vom US-amerikanischen Infrastruktur-Investor Orion Infrastructure Capital (OIC). Es handelt sich um die größte Finanzierungsrunde eines Wachstumsunternehmens in Ostdeutschland im Jahr 2025 – und ist ein starkes Signal für Leipzig als internationalen Innovationsstandort. Insgesamt hat CargoBeamer damit inzwischen mehr als 200 Millionen Euro Wachstumskapital eingeworben und zählt zu den bestfinanzierten Scale-ups der Stadt. Die neuen Mittel fließen vor allem in den Ausbau eines europaweiten Netzes automatisierter Umschlagterminals. Ziel ist es, Güterverkehre effizient von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

Das CargoBeamer-System ermöglicht es, Lkw-Anhänger vollautomatisiert auf Güterzüge zu verladen – unabhängig von Art und Gewicht der Fracht. So lassen sich im Vergleich zum Straßentransport über 80 Prozent der CO₂-Emissionen einsparen. Ein wichtiger Beitrag zur klimafreundlichen Transformation der Logistik. Das Unternehmen beschäftigt rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Hauptsitz in Leipzig sowie an weiteren Standorten in Frankfurt am Main, Italien, Frankreich und Spanien. Von Leipzig aus treibt CargoBeamer damit den nachhaltigen Wandel des europäischen Güterverkehrs voran – technologisch, wirtschaftlich und ökologisch.

Leipziger Micro Hub: Amazon setzt auf Mikromobilität

Lastenräder von Amazon auf dem Burgplatz in Leipzig
© Amazon

Der „Micro Hub“ ist eine kompakte, zentral gelegene Lieferstation für emissionsärmere Zustellungen. Täglich werden von dort rund 1.800 Pakete mit elektrisch betriebenen Lastenrädern zugestellt. Damit sinkt das Verkehrsaufkommen durch Lieferwagen, die Verkehrsbelastung in der Innenstadt nimmt ab und die Luftqualität verbessert sich.

Leipzig wird damit zum Beispiel dafür, wie urbane Logistik leiser, sauberer und platzsparender funktionieren kann.

Leipziger Zukunftspreis für FULMO: Nachhaltigkeit auf zwei Rädern

Zwei Personen stehen vor zwei großen Lastenrädern vor dem Neuen Rathaus Leipzig
© Christian Kortuem

FULMO ist Gewinner des Leipziger Zukunftspreises 2024/25 und steht für ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltiges Wirtschaften.

Seit 2019 betreibt die FULMO Kurierunion emissionsfreie Citylogistik in Leipzig und liefert täglich rund 600 Sendungen per Lastenrad aus. Die Räder werden selbst entwickelt und produziert – mit Zulieferern überwiegend aus der Region.

Dazu hat FULMO 2025 ein früher im städtischen Auftrag betriebenes Mietsystem für Lastenräder übernommen. Mit einem einmaligen Zuschuss der Wirtschaftsförderung baut FULMO dieses Mietsystem aus und bietet Lastenradmiete künftig ohne öffentliche Finanzierung in eigener wirtschaftlicher Verantwortung an. 

Doch Nachhaltigkeit endet bei FULMO nicht auf der Straße. Faire Löhne, Lohngleichheit, flache Hierarchien sowie papierlose Prozesse und wiederverwendbare Versandtaschen gehören fest zum Konzept. So entsteht eine Logistik und urbane Mobilität, die nicht nur sauber ist, sondern auch Haltung zeigt.
FULMO beweist: Zukunft beginnt manchmal auf Rädern – und macht Leipzig mit jeder Tour ein Stück lebenswerter.

momox SE auf Wachstumskurs in Leipzig

Porträt Tim Kellermann
Tim Kellermann - COO Momox © Momox

Die momox SE, Europas führendes Re-Commerce-Unternehmen, baut ihren größten Logistikstandort in Leipzig weiter aus. Bereits heute arbeiten hier über 1.300 Menschen – und das Wachstum geht weiter: Bis Ende 2026 plant momox, einen zweistelligen Millionenbetrag in zusätzliche Lagerflächen zu investieren.

Auf rund 100.000 Quadratmetern dreht sich in Leipzig alles um das zweite Leben für Produkte. Mehr als 15 Millionen Bücher, Medien und Kleidungsstücke sind hier eingelagert. Täglich kommen bis zu 200.000 neue Artikel hinzu, während gleichzeitig über 60.000 Pakete qualitätsgeprüft, verpackt und versendet werden. Der Vertrieb erfolgt über die eigenen Plattformen medimops und momox fashion sowie über weitere Online-Marktplätze.

„Unsere Logistikstandorte sind das Herz von momox – in Leipzig sogar schon seit fast 15 Jahren. Bereits damals haben wir uns aufgrund der starken Wachstumsperspektiven und der hervorragenden logistischen Anbindung für diesen Standort entschieden. In den vergangenen Jahren sind wir kontinuierlich gewachsen. Bis Ende 2026 werden wir weiter investieren. Damit können wir noch mehr Kundinnen und Kunden erreichen und Second Hand zur ersten Wahl machen”, so Tim Kellermann, COO (Chief Operations Officer).

Mit der weiteren Expansion stärkt momox nicht nur den Wirtschaftsstandort Leipzig, sondern setzt zugleich ein klares Zeichen für nachhaltigen Konsum und funktionierende Kreislaufwirtschaft.

Stimmen aus der Wirtschaft

Elio Curti - Vorsitzender Geschäftsführer DHL Hub Leipzig Managing Directo
Elio Curti - Vorsitzender Geschäftsführer DHL Hub Leipzig Managing Director © DHL Hub Leipzig GmbH

DHL Express verlagert seinen Firmensitz nach Schkeuditz

Das zeigt, wie wichtig Leipzig für das Unternehmen ist. Es ist der weltweit größte Standort von DHL Express und Vorreiter beim Thema Innovationen. Im Interview spricht der Geschäftsführer Elio Curti über die Innovationen im Jahr 2025 und Leipzig als Standort. Mit Virtual-Reality-Schulungen für Ramp-Mitarbeiter und KI-gestützten Assistenzsystemen setzt DHL auf Technologien, die Effizienz, Sicherheit und Resilienz neu definieren.

Innovation spielt eine zentrale Rolle in der Wirtschaft. Welche Bedeutung hat sie für das DHL Drehkreuz Leipzig?

Elio Curti: Innovation ist für uns ein zentraler Erfolgsfaktor. Als das größte Luftfrachtdrehkreuz im Netzwerk von DHL Express müssen wir Prozesse kontinuierlich optimieren, um Effizienz, Sicherheit und Resilienz zu gewährleisten. Leipzig ist für uns ein Standort, an dem wir neue Technologien testen und implementieren – von Virtual Reality bis Künstlicher Intelligenz.

Können Sie ein konkretes Beispiel für Innovation am Standort nennen?

Elio Curti: Ein Highlight ist die derzeitige Einführung von Virtual-Reality-Schulungen für unsere Ramp-Mitarbeitenden (Ent- oder Beladungen von Flughzeugen). Mit VR-Brillen können sie zukünftig Abläufe auf dem Vorfeld realitätsnah trainieren – ohne Zeitdruck und ohne Sicherheitsrisiken. Auch können verschiedene Situationen und Wetterbedingungen simuliert werden und die Verfügbarkeit oder „Nichtverfügbarkeit“ von Flugzeugen spielt dabei keine Rolle.

Neben Virtual Reality setzen Sie auch auf Künstliche Intelligenz. Welche Entwicklungen treiben Sie aktuell voran?

Elio Curti: Wir arbeiten an mehreren spannenden Projekten. Sehr vielversprechend sind z.B. unsere Tests zur vorausschauenden Wartung der 47 Kilometer langen Sortieranlage. Hier verarbeiten KI-Algorithmen akustische Daten, um Instandhaltungsbedarf und Reparaturen frühzeitig vorherzusagen und so Servicebeeinträchtigungen zu verhindern. Außerdem trainieren wir KI für Fahrerassistenzsysteme bei Gabelstaplern. Die Systeme lernen aus Kamerabildern und Beinahe-Unfällen in unserem Betrieb, um die Sicherheit unserer Mitarbeitenden weiter zu erhöhen – ein Thema, das für uns oberste Priorität hat.

Was bedeutet das für die Zukunft des Standorts Leipzig?

Elio Curti: Leipzig ist einer der wichtigsten Innovationsmotoren für die DHL Group. Wir wollen Technologien nicht nur einsetzen, sondern aktiv mitgestalten. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts und macht uns zu einem attraktiven Arbeitgeber in der Region.

Neuer Vorstand setzt Impulse im Netzwerk Logistik Mitteldeutschland

Porträt Michael Bastille
Michael Bastille - Director Operations bei Mytheresa © Carsten Dumke

Im Jahr 2025 hat das Netzwerk Logistik Mitteldeutschland einen neuen Vorstand gewählt. Als wichtige Interessenvertretung der Logistikbranche in Leipzig setzt sich der Verein seit vielen Jahren engagiert für die Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit regionaler Logistikunternehmen ein.

Zum neuen Vorsitzenden wurde Michael Bastille, Leiter des Online-Distributionscenters des Luxusmodeunternehmens MYTHERESA, gewählt. Mit seiner langjährigen Erfahrung in der Logistikbranche und seinem strategischen Blick bringt er wertvolle Impulse in die Arbeit des Netzwerks ein. 

Bastille erklärt dazu: „Das Netzwerk Logistik Mitteldeutschland ist für die Leipziger Logistikunternehmen ein zentraler Partner, wenn es darum geht, Innovationen voranzutreiben, Fachkräfte zu sichern und gemeinsame Interessen sichtbar zu machen. Durch unsere Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik schaffen wir einen Rahmen, in dem Unternehmen voneinander lernen, Kooperationen entwickeln und die Region als leistungsfähigen Logistikstandort stärken können.“

Im Video: Das Leipziger Unternehmen Fulmo

Amt für Wirtschaftsförderung

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