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Die Stadt Leipzig hat am 23. Oktober 2025 zum vierten Mal den Teilhabepreis verliehen. Aus den 34 Bewerbungen von Einzelpersonen, Gruppen und Vereinen hat eine Jury drei Preisträger/-innen ausgewählt, die mit ihren Aktivitäten die Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderung in Leipzig in besonderer Weise fördern.

Die Gewinner/-innen wurden mit Geldpreisen im Wert von insgesamt 10.000 Euro ausgezeichnet.  Die Bürgermeisterin und Beigeordnete für Soziales, Gesundheit und Vielfalt, Frau Dr. Martina Münch, verlieh den Preis im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Festsaal des Neuen Rathauses.

Gewinner/-innen des Teilhabepreises 2025

Viele unterschiedliche Menschen stehen im prunkvollen Saal des Neuen Rathauses und lächeln in die Kamera
Die Gewinner/-innen des Teilhabepreises 2025 © Stadt Leipzig/Lorenz Lenk

1. Platz

Fünf Personen stehen auf einer Bühne, eine hält einen Blumenstrauß, eine weitere eine gerahmte Urkunde, im Hintergrund ist ein großes Bild eines Mannes im Rollstuhl zu sehen.
© Lorenz Lenk

Der Sportverein „Sport für Alle – Leipzig e.V.“  setzt sich für ein breites und inklusives Sportangebot in Leipzig und Umgebung ein.

Die gemeinsame sportliche Betätigung ist ein verbindendes Moment und schafft Begegnung.

Unabhängig davon, ob die Sportler/-innen eine Behinderung haben oder nicht, kann jeder, der Interesse hat, mitmachen.

Der Verein organisiert das größte inklusive Sportfest Leipzigs mit mehreren hundert Teilnehmenden, bei dem verschiedenste Sportarten, von Schach über Rugby bis Badminton, praktiziert werden.

Darüber hinaus unterstützt der Verein die erste inklusive Leipziger Fußball-Liga „Liga für Alle“ und hilft anderen Vereinen und Organisationen beim Aufbau von inklusiven Angeboten. 

2. Platz

© Lorenz Lenk

Seit vielen Jahren werden durch den „Blinden- und Sehbehinderten Verband Sachsen e.V. - KO Leipzig-Stadt“ im Rahmen von Workshops Kinder zum Thema Sehbehinderung sensibilisiert.

Das wertvolle Bildungsangebot in Kindertagesstätten und Grundschulen ermöglicht es Kindern empathisch und respektvoll einen Zugang zum Thema Sehbehinderung zu erfahren. 

Die Kinder lernen praktisch mit Hilfsmitteln und Mitmach-Elementen oder durch das Nutzen anderer Sinne, den Alltag mit einer Sehbehinderung besser nachvollziehen zu können.

3. Platz

Gruppe vor Screen „Agentur für Barrierefreiheit“. Personen halten eine Urkunde und Blumen; zwei nutzen Blindenstöcke.
© Lorenz Lenk

Die „Agentur für Barrierefreiheit“ ist ein Dienstleister im Bereich Barrierefreiheit. 

Menschen mit Behinderung prüfen Texte, Internet-Seiten und Apps auf ihre Verständlichkeit und Nutzbarkeit.

Zusätzlich beraten sie allgemein zum Thema Barrierefreiheit und suchen nach individuellen Lösungen, auch werden Schulungen angeboten.

Alle Mitarbeitenden der Agentur für Barrierefreiheit haben eine Behinderung und bieten damit auch Erfahrungen und Perspektiven als Expert/-innen in eigener Sache an.

Ein wichtiges Ziel des Projektes ist es, Menschen mit Behinderung den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. 

Jury und Kriterien

Wer entschied über die Gewinner/-innen?

Die Auswahl der Preisträger erfolgte durch eine Jury. Die Jury setzte sich zusammen aus

  • Menschen mit Behinderung,
  • der Beauftragten für Menschen mit Behinderung der Stadt Leipzig,
  • einem Vertreter des Behindertenbeirates,
  • Vertreter/-innen der Stadtratsfraktionen und
  • einer Vertreterin der Leiterin des Sozialamtes.

Gegen die Entscheidung ist der Rechtsweg ausgeschlossen.

Nach welchen Kriterien wurde entschieden?

Es wurden Projekte gewählt, die: 

  • bei der Konzeption und Ausgestaltung des Projektes Menschen mit Behinderung einbeziehen,
  • Selbstbestimmung/Teilhabe von Menschen mit Behinderung fördern,
  • das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung im Projekt fördern,
  • Diversität von Menschen mit Behinderung berücksichtigen,
  • eine nachhaltige Wirkung haben,
  • auch Ehrenamtliche einbinden.

Gewinner/innen des Teilhabepreises vergangener Jahre

Gruppenbild von Menschen in einem großen, hellen Saal mit hohen Fenstern und verzierten Wänden, einige halten Urkunden und Blumen.
© Lorenz Lenk

1. Platz

Teilhabepreisübergabe des 1. Platzes durch den Oberbürgermeister an die Selbsthilfegruppe Zwinkerndes Auge – fahr Blind – Handicap gewinnt! Fahrrad-Tandemgruppe
© Lorenz Lenk

Bei der Fahrrad-Tandemgruppe fahren Menschen mit Behinderung (unter anderem sehbehinderte Menschen) gemeinsam mit Menschen ohne Behinderung Fahrrad, unterstützen sich dabei und kommen in den Austausch miteinander. Alle Menschen nehmen aktiv an der Routenplanung teil. Mit Hilfe der Piloten, die das Tandem steuern, ist es den nicht sehenden Personen möglich, aktiv Natur zu erleben. Das Projekt ist für alle Menschen, denen es möglich ist, Rad zu fahren, offen. So stehen auch Liegetandems zur Verfügung. Die Zusammensetzung der Gruppe ist divers. Jung und Alt können auf dem Sattel Platz nehmen. Gemeinsam gehen sie auf Entdeckungstour und haben eine schöne Zeit. 

2. Platz

Übergabe des 2. Platzes durch den Oberbürgermeister an den Inklusiven Nachbarschaftsgarten der Zukunftswerkstatt Inklusion e. V.
© Lorenz Lenk

Beim inklusiven Nachbarschaftsgarten Johannishöhe wird gegärtnert, Feuer gemacht und es werden Hütten gebaut. Dabei kommen seit 2019 Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Alle sind innerhalb der Projekte gleichberechtigt  Sie legen zum Beispiel gemeinsam Beete an, sie pflanzen Bäume oder sie bauen zusammen eine Bank. Jede und jeder bringt sich mit seinen Stärken ein selbstständig zu handeln, etwas Neues kennenzulernen und die eigenen Fähigkeiten - in Natur und Gemeinschaft - zu entwickeln. All das kommt beim inklusiven Nachbarschaftsgarten auf der Johannishöhe zusammen. 

3. Platz

Teilhabepreisübergabe des 3. Platzes für den durch den Oberbürgermeister an die inklusive Zeitschrift „Die FEDer“
© Lorenz Lenk

Bei dem inklusiven Zeitschriftenprojekt „Die FEDer“ arbeiten sechs Personen mit zwei Unterstützern zusammen. Die Redaktion besteht aus Redakteurinnen und Redakteuren mit und ohne Behinderung. In den Redaktionssitzungen werden alle Aufgaben erledigt, die zum Veröffentlichen einer Zeitschrift dazugehören. Es werden Interviews geführt, Rätsel entwickelt, Rezepte ausprobiert, es wird fotografiert und gezeichnet. Am Ende stehen die Artikel für die Zeitschrift. Das Besondere an der gemeinsamen Arbeit ist: Menschen mit und ohne Behinderung unterstützen sich gegenseitig. Jeder hat eine eigene Perspektive auf ein Thema und kann diese auch einbringen. Um viele Menschen zu erreichen, werden die Texte in einfacher und Leichter Sprache geschrieben. Die FEDer gibt es seit Januar 2020.

Diese Maßnahme wurde mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Die Gewinner des Teilhabepreises 2021 stehen mit Bürgermeister Thomas Fabian Urkunden und Blumen in den Händen vor dem Stadtbüro.
© Stadt Leipzig/ Michael Bader

1. Platz

Die Gewinner des Teilhabepreises 2021. Der Leipziger Behinderten- und Rehasportverein e. V. erhielt den 1. Platz.
© Stadt Leipzig/ Michael Bader

Der 1. Platz ging an den Leipziger Behinderten- und Rehasportverein e. V. Begegnen, bewegen, begeistern – das ist das Motto des Vereins. Beim Sport verbindet er Menschen mit und ohne Behinderung, mit und ohne Migrationshintergrund, Junge und Ältere. In etwa 150 Sportgruppen trainieren 1.500 Mitglieder gemeinsam. Alter, Geschlecht und Behinderungsgrad sind dabei nicht ausschlaggebend. Wichtiger sind Teamgeist, Motivation und sportlicher Einsatz. Dank der Arbeit des Leipziger Behinderten- und Reha-Sportvereins erhält der Behindertensport in Leipzig viel Aufmerksamkeit. Die sportlichen Leistungen von Menschen mit Behinderung, chronisch kranken Menschen oder älteren Menschen werden hier erlebbar.

2. Platz

Die Gewinner des Teilhabepreises 2021. Der Jugendclub IUVENTUS e. V. erhielt den 2. Platz.
© Stadt Leipzig/ Michael Bader

Den 2. Platz erzielte der inklusive selbstverwaltende Jugendclub Iuventus e. V. Jugendliche und junge Erwachsene mit und ohne Behinderung nehmen hier aktiv am gesellschaftlichen und politischen Leben der Stadt Leipzig teil, entwickeln und leiten inklusive Jugend- und Sozialprojekte. Ob jemand eine Behinderung hat, wird kaum thematisiert. Junge Menschen mit Behinderung nehmen nicht nur an Veranstaltungen teil, sondern führen eigene Projekte durch. Wie beispielsweise Schulungen von Assistenten im Freizeitbereich. Sie bereiten andere junge Menschen für die Begleitung und Unterstützung von jungen Menschen mit Behinderung vor.

3. Platz

Beschreibung: Die Gewinner des Teilhabepreises 2021. Das Ensemble 23 e. V. erhielt den 3. Platz.
© Stadt Leipzig/ Michael Bader

Der 3. Platz ging an das inklusive Theaterensemble von Künstlerinnen und Künstlern mit und ohne Behinderung des 3nsemble 23 e. V. Im Ensemble arbeiten Schauspieler/-innen mit und ohne Behinderung zusammen. Bei der inklusiven Theatergruppe werden Talente bei Menschen mit Behinderung entdeckt und in der Zusammenarbeit mit professionellen Künstlerinnen und Künstlern gefördert. Mit seiner Arbeit bringt das Ensemble Inklusion auf die Bühne. Es entstanden schon 13 Theaterproduktionen. Inklusion wird hier erlebbar – nicht nur für die Teilnehmenden, sondern auch für die Zuschauerinnen und Zuschauer.

Die Stadt Leipzig hat 2018 zum ersten Mal den Teilhabepreis verliehen. Die Bürgerinnen und Bürger waren aufgefordert, Vorschläge für Aktivitäten von Einzelpersonen, Personengruppen oder ganzen Organisationseinheiten einzusenden, die die Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderung befördern.

Die Vorgeschlagenen wurden durch die Stadt Leipzig eingeladen, sich für den Teilhabepreis zu bewerben.

Die Preisverleihung fand am Tag der Begegnung, dem 15. September 2018, im Neuen Rathaus statt. Prämiert wurden die drei besten Aktivitäten mit einem Geldpreis im Wert von insgesamt 10.000 Euro.

Die Macher des taktilen Kinderbuches "Meine Stadt Addis Abeba und Leipzig" sind die Gewinner des ersten Teilhabepreises der Stadt Leipzig. Oberbürgermeister Burkhard Jung hat ihn am 15. September 2018 im Rahmen des 19. Tag der Begegnung für Menschen mit und ohne Behinderung übergeben. Den zweiten Preis erhielt das Inklusive Nachbarschaftszentrum am Lindenauer Markt 13. Der dritte Preis ging an die inklusive Radioredaktion bei Radio Blau.

Kontakt

Sozialamt

Adresse
Stadthaus
Burgplatz 1
04109 Leipzig
Telefon
0341-1234500
Fax
0341-1234525
E-Mail
teilhabepreis@leipzig.de