Förderung des Radverkehrs in Leipzig
Leipzig ist eine Fahrradstadt. Die Wege sind kurz und es gibt kaum Steigungen. Viele Strecken führen durch Parks oder den Auwald. 1990 gab es insgesamt nur 74 Kilometer Radweg, heute sind es über 400 Kilometer. Auch wenn in den letzten Jahrzehnten vor allem entlang der Hauptverkehrsstraßen Radwege angelegt wurden, fehlen auf rund zwei Dritteln des Straßenhauptnetzes noch sichere Wege für Fahrradfahrende. Die Stadt Leipzig baut daher das Radwegenetz konsequent weiter aus.
Radverkehrsentwicklungsplan 2030+
Der Radverkehrsentwicklungsplan 2030+ berücksichtigt die veränderten Rahmenbedingungen für die Förderung des Radverkehrs in Leipzig. Neben einer Vision für den Radverkehr enthält der neue Plan auch konkrete Ziele. Er benennt Indikatoren zur Messbarkeit der Zielerreichung, er definiert Qualitätskriterien und er enthält konkrete Maßnahmen und Infrastrukturbedarfe. So sollen zum Beispiel im Hauptnetz Rad, das heißt den wichtigsten Verbindungsrouten in der Stadt, bis 2030 besonders gravierende Lücken geschlossen werden.
Bereits 2020 wurden wesentliche Handlungsfelder im Bereich Radverkehr mit Fachleuten aus Politik, Verwaltung und Verbänden in einem zertifizierten Verfahren (BYPAD, Bicycle Policy Audit (PDF 536 KB) erarbeitet. Der Beschluss zum Hauptnetz Rad 2020 ist das Zielnetz für den Radverkehr und hilft bei der Priorisierung von Maßnahmen. Auf Grundlage dieser Ergebnisse wurde der Radverkehrsentwicklungsplan fortgeschrieben. Die Lücke zwischen dem ersten Entwicklungsplan und seiner Fortschreibung schloss das Aktionsprogramm Radverkehr mit seinen zahlreichen, schnell zu realisierenden Ideen.
Die Fortschreibung des Radverkehrsentwicklungsplans ist ein Projekt zur Umsetzung der Mobilitätsstrategie 2030. Der erste Radverkehrsentwicklungsplan galt von 2010 bis 2020. Neben der Mobilitätsstrategie ist auch das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (INSEK) 2030 eine wesentliche strategische Grundlage für diese Fachplanung.
Bürgerbeteiligung
Ein Schwerpunkt bei der Weiterentwicklung lag auf der Beteiligung von Bürgern, Expertinnen, Stadtverwaltung, Stadtrat, Ortschafts- und Stadtbezirksbeiräten. Dazu fanden öffentliche Workshops und Onlinebefragungen statt und ein begleitender Beirat ermöglichte es Fachverbänden und den politischen Vertreterinnen und Vertretern, sich aktiv in die Konzepterstellung einzubringen. Der Radverkehrsentwicklungsplan 2030+ wird jetzt in den Ratsgremien diskutiert und soll voraussichtlich im April 2024 vom Stadtrat beschlossen werden.
Weitere Informationen finden sich auf der Seite zu Bürgerbeteiligung und Einflussnahme der Stadt Leipzig.
Bundesministerium für Wirtschaft und Klima und Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen. Auch Projekte in Leipzig wurden auf diesem Weg gefördert.
Geförderte Projekte
In der Riesaer Straße zwischen Straßenbahnhof und Theodor-Heuss-Straße und in der William-Zipperer-Straße zwischen Erich-Köhn-Straße und Demmeringstraße wurden zwischen September 2021 und Juni 2024 Radfahrstreifen oder Schutzstreifen eingerichtet. Für vier weitere Straßenabschnitte wurden in den Jahren 2022 und 2023 ebenfalls Radfahrstreifen angelegt. Ein weiterer Abschnitt folgte auf der Merseburger Straße im April 2024.
Bei diesen Vorhaben aus dem Aktionsprogramm Radverkehr der Stadt Leipzig wurden zum Beispiel Borde abgesenkt und Einmündungen angepasst.
Gesamtkosten für diese sieben Maßnahmen: rund 149.000 Euro
Bewilligungszeitraum: 1. September 2021 bis 30. Juni 2024.
Förderkennzeichen: 67K17445
Zwischen Promenadenring und Wundtstraße wird entlang der Harkortstraße in beide Richtungen ein Radfahrstreifen markiert.
Gesamtkosten: rund 65.400,00 Euro
Förderung vom Bund: 42.510,00 Euro
Bewilligungszeitraum: 1. April 2024 bis 31. Dezember 2026
Förderkennzeichen: 67K25327
Die Bornaische Straße hat nun zwischen Wiedebachplatz und Connewitzer Kreuz in beide Richtungen einen Radfahrstreifen. Im Vorfeld wurde die Fahrbahndecke saniert.
Gesamtkosten für Deckensanierung, Markierung und Beschilderung: rund 116.000 Euro
Förderung vom Bund: 19.123,00 Euro
Bewilligungszeitraum: 1. Dezember 2023 bis 30. November 2025
Förderkennzeichen: 67K25063
Am ehemaligen Gleis 1 an der Westseite des Hauptbahnhofs stehen 174 bewachte und kostenfreie Fahrradstellplätz als Doppelparker bereit.
Gesamtkosten: 75.000,00 Euro
Förderung vom Bund: 68.490,00 Euro
Bewilligungszeitraum: 1. April 2023 bis 31. März 2025
Förderkennzeichen: 67K23463
Auf der Naunhofer Straße wird zwischen der Schönbachstraße und der Ludolf-Colditz-Straße ein Radfahrstreifen markiert.
Gesamtkosten: 15.000 Euro
Förderung vom Bund: 9.750,00 Euro
Bewilligungszeitraum: 1. September 2024 bis 31. August 2026
Förderkennzeichen: 67K30391
Östlich der Baalsdorfer Straße zwischen Baalsdorf und Holzhausen wird ein Rad- und ein Gehweg errichtet. Für den zweiten Bauabschnitt erhält die Stadt Leipzig Fördermittel vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.
Gesamtkosten: 191.316 Euro
Förderung vom Bund: 124.355 Euro
Bewilligungszeitraum: 1. September 2023 bis 31. August 2025
Förderkennzeichen: 67K25590
Förderung durch das Bundesamt für Logistik und Mobilität, Sonderprogramm "Stadt und Land"
Im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2023 der Bundesregierung unterstützt das Bundesamt für Logistik und Mobilität über das Sonderprogramm "Stadt und Land" auch Projekte in den Ländern und Kommunen, die den Radverkehr vor Ort weiterentwickeln.
Eines dieser Projekte ist eine Radverkehrsanlage in der Diskaustraße zwischen Kulkwitzer Straße und Antonienstraße. Die Gesamtausgaben betragen rund 1,9 Millionen Euro, wovon das Bundesamt für Logistik und Mobilität 1,5 Millionen Euro beiträgt. Der Bewilligungszeitraum ist der 3. April 2024 bis 30. Juni 2025.
Kontakt
Radverkehrsentwicklungsplan
- Radverkehrsentwicklungsplan 2030 PDF 5 MB
- Anlage 1 Radverkehrsentwicklungsplan 2030 Hauptnetz Rad PDF 11 MB
- Anlage 2 Radverkehrsentwicklungsplan 2030 Qualitätsstandards PDF 179 KB
- Anlage 3 Radverkehrsentwicklungsplan 2030 Karten 1-9 PDF 59 MB
- Anlage 3 Radverkehrsentwicklungsplan 2030 Karten 9-18 PDF 67 MB
- Anlage 4 Radverkehrsentwicklungsplan 2030 Maßnahmen Steckbriefe PDF 1 MB
- Anlage 5 Radverkehrsentwicklungsplan 2030 Maßnahmenliste Infrastruktur PDF 2 MB
- Anlage 6 Radverkehrsentwicklungsplan 2030 Methodenbericht PDF 226 KB
- Anlage 7 Radverkehrsentwicklungsplan 2030 Beteiligungsbericht PDF 4 MB