Jemen Salih-Abtrünnige gründen neue Partei
Protest gegen Präsident Salih: Jetzt wird sich die Uno mit dem Konflikt befassen
Foto: Khaled Abdullah/ REUTERSSanaa - Die neue Partei trägt den Namen Block für Gerechtigkeit und Entwicklung. Ihre Gründer fordern vordringlich einen Regierungswechsel und den sofortigen Rücktritt von Präsident Ali Abdullah Salih. "Unser wichtigstes Ziel ist der Aufbau einer zivilen und modernen Nation, die allen Jemeniten Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit gewährleistet", zitierte die Tageszeitung "Yemen Post" am Dienstag den Mitbegründer Scheich Mohammed Abu Lahum.
Der neuen Partei, die am Montag gegründet wurde, schlossen sich die früheren Minister für Verkehr, Tourismus und Menschenrechte an. Sie hatten ihre Ämter aus Protest gegen Salihs Politik der blutigen Unterdrückung der Proteste niedergelegt. Auch rund 20 Abgeordnete der Regierungspartei GPC traten der Abtrünnigen-Fraktion bei.
Auch am Dienstag gab es wieder mehrere Verletzte bei neuen Protesten in der Stadt Taiz, berichteten Augenzeugen. Am Vortag erlitten im westlichen Hodeida 80 Menschen Verletzungen, als die Sicherheitskräfte mit Gewalt gegen Anti-Salih-Demonstranten vorgingen.
Angehörige von Regierung und Opposition wollen auf dem Verhandlungsweg die seit zwei Monaten andauernde Krise im Jemen beilegen. Sie wollen im Lauf des Tages in Abu Dhabi mit den Außenministern des Golf-Kooperationsrates (GCC) zusammenkommen, um Lösungsmöglichkeiten zu besprechen. Dem GCC gehören Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Kuwait, Bahrain, Katar und der Oman an. Der Jemen hat in dem Zusammenschluss eine Art Kandidatenstatus.
Die Lage im Jemen ist auch Thema im Uno-Sicherheitsrat. Das Gremium wird sich am Dienstag damit befassen. Deutschland habe den Punkt auf die Tagesordnung gesetzt, hieß es am Montag (Ortszeit) aus Diplomatenkreisen in New York. "Das ist ein Zeichen dafür, dass der Jemen nach Ägypten, Tunesien und Libyen eine wachsende Beachtung erfährt", sagte ein Diplomat.
Bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften wurden Schätzungen zufolge seit Beginn der Proteste mehr als 125 Menschen getötet.