Statt das Informationsfreiheitsgesetz endlich zu modernisieren, plant die Bundesregierung weitreichende Einschränkungen, die das Recht auf Informationszugang aushöhlen würden. Was das für demokratische Kontrolle und journalistische Recherche bedeutet, war heute Thema des parlamentarischen Frühstücks mit Abgeordneten und dem Bündnis F5 im Bundestag. Mit dabei unsere Bündnispartner Open Knowledge Foundation Deutschland e. V., Reporter ohne Grenzen, AlgorithmWatch und Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. Unser politischer Referent Jan-David Franke hat dabei deutlich gemacht, was auf dem Spiel steht: 🔸Bürger*innen müssten künftig ein „berechtigtes Interesse“ nachweisen. 🔸Die Gebühren für Anfragen würden drastisch steigen. 🔸Presse und Zivilgesellschaft würden ihren Informationsanspruch verlieren. Weitere radikale Einschränkungen stehen im Raum. Damit würde aus einem Recht für alle ein Privileg für wenige. Der Investigativjournalist Daniel Drepper betonte in seinem Impuls den Wert des IFG für die journalistische Praxis – etwa im Zuge der Recherchen zu einer koordinierten Lobbykampagne für PFAS-Chemikalien. Begründet werden die aktuellen Reformpläne mit dem Schutz kritischer Infrastruktur und dem Abbau von Bürokratie. Doch das geltende IFG schützt sensible Informationen bereits. Und die vorgesehenen zusätzlichen Prüfpflichten würden neue Bürokratie schaffen. Deutschland braucht nicht weniger, sondern mehr und besser organisierte Transparenz: durch gute Verwaltungsdigitalisierung, niedrigschwellige Informationszugänge und die proaktive Veröffentlichung staatlicher Dokumente. Vielen Dank an Johannes Schätzl, Carmen Wegge und Sebastian Fiedler für die Schirmherrschaft bei diesem wichtigen Frühstück!
Wikimedia Deutschland e. V.
Technology, Information and Internet
Berlin, Berlin 6,984 followers
Unsere Vision ist eine Welt, in der alle Menschen am Wissen der Menschheit teilhaben, es nutzen und mehren können.
About us
Wikimedia Deutschland e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für die Förderung Freien Wissens einsetzt. Seit der Gründung von Wikimedia Deutschland in 2004 unterstützt der Verein verschiedene Wikimedia-Projekte. Die wachsende Bedeutung der Wikimedia-Projekte - allen voran Wikipedia - rechtfertigte die Gründung eines Vereins, der sich gezielt für Öffentlichkeitsarbeit, Spendengewinnung und Infrastruktur einsetzt. Alle Projekte sind Gemeinschaftsprojekte, bei denen jeder mitmachen und die jeder kostenlos nutzen kann. Das größte Projekt ist Wikipedia – die freie Online-Enzyklopädie, die weltweit zu den beliebtesten Websites gehört. Wikipedia setzt sich für den kostenlosen Zugang zu freiem Wissen ein und engagiert sich damit für ein grundlegendes Recht des Menschen auf Bildung. Insgesamt sind mehr als 10 Millionen Artikel in über 260 Sprachen abrufbar. Wikipedia ist, wie auch andere Schwesterprojekte, unabhängig und werbefrei und nur durch freie Mitarbeit und Spenden möglich. Wikimedia Deutschland unterstützt durch intensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit das rasante Wachstum der Wikimedia-Projekte. Image und Bekanntheit der Wikimedia-Projekte in der Öffentlichkeit weiter zu fördern ist eines unserer Kernziele. Wir organisieren Schreibwettbewerbe, veranstalten Workshops, realisieren Kooperationen, organisieren Messeauftritte und planen Veranstaltungen, Vorträge und Symposien. Darüberhinaus setzen wir uns für umfangreiche technische und administrative Aufgaben ein.
- Website
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http://wikimedia.de
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- Industry
- Technology, Information and Internet
- Company size
- 51-200 employees
- Headquarters
- Berlin, Berlin
- Type
- Nonprofit
- Founded
- 2004
Locations
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Primary
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Tempelhofer Ufer 23-24
Berlin, Berlin 10963, DE
Employees at Wikimedia Deutschland e. V.
Updates
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„Ausgebrochene" KI-Agenten von OpenAI haben die Wikipedia attackiert Eine Untersuchung der Wikimedia Foundation zeigt, dass es Bearbeitungen auf Testseiten, erfolglose Angriffe auf ein öffentliches Wikimedia-Notiz-Tool und millionenfach automatisierte Anfragen gab, die eine massive Serverlast zur Folge hatten. Ehrenamtliche Aktive und Sicherheitsteams der Wikimedia Foundation müssen solche Aktivitäten erkennen und beheben – was einen enormen Aufwand bedeutet. Das Internet ist ein öffentliches Gut. Es darf nicht zur neuen Normalität werden, dass Menschen und Organisationen weltweit die Folgen unkontrollierter KI-Agenten tragen müssen. Alle Hintergründe zu den Angriffen von KI-Agenten auf Wikipedia gibt es im Blogartikel im ersten Kommentar.
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Du nutzt Wikipedia jeden Tag? Aber hast du schon mal selbst einen Artikel bearbeitet? Die meisten Menschen lesen in der Wikipedia. Dabei kann wirklich jede und jeder mitschreiben. Der Einstieg ist leichter als man denkt. Am 12. Oktober, 18-19.30 Uhr zeigen ehrenamtliche Wikipedia-Aktive im Webinar „Wikipedia? Kannst du auch!“ wie das geht: 📄 wie Artikel überhaupt entstehen ⚖️ welche Regeln wichtig sind ✍️ und wie die erste Bearbeitung gelingt. Es sind keine Vorkenntnisse nötig und die Teilnahme am Webinar ist kostenlos. 👉 Den Anmeldelink findest du im 1. Kommentar.
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🇪🇺💻 Was hat Wikipedia mit Digitalpolitik made in Brüssel zu tun? Mehr als Du denkst! Weil europäische Digitalpolitik mitentscheidet, nach welchen Regeln wir Inhalte teilen und Wissen zugänglich machen können. Der Digital Services Act – kurz DSA – setzt EU-weite Regeln für digitale Dienste. Worum es dabei eigentlich geht: Social Media und Co. sicherer machen, Hassrede und schädliche Auswirkungen eindämmen. Warum das auch Wikipedia betrifft? Das erklären Sophia Longwe und Dr. Friederike von Franqué aus dem Team Politik und öffentlicher Sektor in der aktuellen Folge von WikiPolitics. 💡 Bild: CTHOE, Aktenstapel-Versicherungsmuseum-CTH, CC BY-SA 4.0
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Die Wikipedia-Bustour – in einem Video! 🚌 Zum 25. Geburtstag der Wikipedia sind wir seit März mit dem Wikipedia-Bus in Deutschland und Österreich unterwegs. Gemeinsam mit zahlreichen ehrenamtlichen Autor*innen haben wir bereits in 13 Städten Halt gemacht und vor Ort mit rund 4.000 Menschen am Bus über Wikipedia, die Artikelarbeit und den Wert von frei verfügbarem Wissen gesprochen. Was nehmen wir von der Tour mit? Viele tolle Gespräche, große Wertschätzung für Wikipedia und vor allem die Erkenntnis: Auch wenn KI unser Nutzungsverhalten verändert, bleiben Wikipedia und das Engagement der Ehrenamtlichen, die sie gestalten, für viele Menschen unverzichtbar. 🎥 Im Video nehmen wir euch mit auf unsere Tour! #Wikipedia #Wissenistmenschlich #WikipediaBus Musik: "Positive Pop Vibes" by AurosonMusic is licensed under a Attribution 4.0 International License.
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Big Tech oder selbstbestimmt? Wir haben die Wahl. ✊ Reise-Apps sind praktisch – aber oft bezahlen wir mit unseren Daten. Dass es auch anders geht, zeigen freie Reise-Apps: mit offenen Daten, freier Software und mehr Kontrolle 🗺️ In unserer Reihe #DigitaleSelbstbestimmung stellen wir Alternativen vor, die zeigen: Wir sind Big Tech nicht ausgeliefert. 🌱 Für diese Ausgabe haben wir mit Volker Krause aus der KDE- und Wikimedia-Community darüber gesprochen, wie digitale Selbstbestimmung auch beim Reisen aussehen kann. 👉 Du willst auch noch mehr über Alternativen bei Musikplattformen, Messengern und Video-Calls erfahren? Link im ersten Kommentar. Hast du schon eine freie Reise-App ausprobiert? #FreieSoftware #OpenSource #DigitaleFreiheit
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Das war die WikiCon 2026 in Regensburg Bei 73 Programmpunkten ging es in diesem Jahr wieder um zentrale Themen der Wikipedia-Community: 🤖 Die Herausforderungen durch KI 👩🎓 Die Chancen an Hochschulen 🔍 Der Austausch zu Adminaufgaben ✍️ Sowie praktische Tipps, etwa für bessere Artikeleinleitungen Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem das 25. Jubiläum der Wikipedia gefeiert. Aber nicht nur das, auch 13 besonders engagierte Menschen wurden mit der WikiEule ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch! Vielen Dank an alle, die teilgenommen, sich eingebracht und diskutiert haben und damit maßgeblich zu deinem tollen WikiCon-Wochenende beigetragen haben. Die nächste WikiCon 2027 findet übrigens in Göttingen statt. Wir freuen uns schon drauf! Bilder: Granada, 20260919 WikiCon 2026 Regensburg Gruppenfoto DSC 1557, CC BY-SA 4.0 Superikonoskop, Podiumsdisk WikiCon26, CC BY-SA 4.0 Matti Blume, WikiCon 2026, Regensburg (20260919-P1050425), CC BY-SA 1.0 Amrei-Marie, Verleihung der WikiEule 2026 69, CC BY-SA 4.0 Matti Blume, WikiCon 2026, Regensburg (20260919-P1050463), CC BY-SA 1.0 Granada, 20260918 Abendessen mit W DSC 1495, CC BY-SA 4.0 Matti Blume, WikiCon 2026, Regensburg (20260919-P1050420), CC BY-SA 1.0 MOR Design Rasmus Giesel & Matthias Wörle GbR für Wikimedia Deutschland e. V., Schriftzug WikiCon 2026 – blau weiß, CC BY 4.0
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Wie steht es um die Informationsfreiheit in Deutschland? Was bedeuten die jüngsten Einschränkungen in Berlin und der geplante Kahlschlag auf Bundesebene? Und wie kommen wir endlich zu einem modernen Transparenzgesetz? Darüber haben wir letzten Freitag mit Transparency International Deutschland e.V. diskutiert. Unser politischer Referent Jan-David Franke brachte dabei die Perspektive von Wikimedia Deutschland und dem Bündnis Transparenzgesetz ein. Drei zentrale Punkte: 1️⃣ Informationsfreiheit muss ein wirksames Kontrollrecht bleiben. Die Novelle des Berliner Informationsfreiheitsgesetz (IFG) nimmt ganze Bereiche staatlichen Handelns pauschal vom Informationszugang aus. Auf Bundesebene drohen mit den Reformplänen der Bundesregierung noch viel weitreichendere Einschränkungen: Es könnten u.a. die Hürden bei der Antragsstellung sowie die Gebühren deutlich erhöht und Medien und zivilgesellschaftliche Organisationen vom Informationszugang ausgeschlossen werden. Damit steht mehr auf dem Spiel als der Zugang zu einzelnen Dokumenten: Es geht um die Möglichkeit, staatliches Handeln unabhängig zu überprüfen und politische Entscheidungen nachvollziehbar zu machen. 2️⃣ Die Reformpläne verschieben das Machtverhältnis zwischen Staat und Öffentlichkeit. Medien, Zivilgesellschaft und Abgeordnete könnten vom Informationszugang ausgeschlossen, die unabhängige Informationsfreiheitsaufsicht abgeschafft und Plattformen wie FragDenStaat gezielt ausgebremst werden. Gleichzeitig könnten Informationen über Gesetzgebungsverfahren erst dann zugänglich werden, wenn eine öffentliche Einflussnahme kaum noch möglich ist. Die Exekutive bekäme also mehr Einfluss darauf, wer ihr Handeln wann und wie kontrollieren kann. Das würde demokratische Kontrollmöglichkeiten erheblich schwächen. Besonders problematisch ist diese Entwicklung vor dem Hintergrund wachsender staatlicher Überwachungsbefugnisse: Während der Staat immer mehr über seine Bürger*innen erfahren kann, sollen diese immer weniger über staatliches Handeln erfahren. 3️⃣ Die Antwort auf Bürokratie ist nicht weniger Transparenz, sondern bessere Transparenz. Gemeinsam mit dem Bündnis Transparenzgesetz haben wir bereits 2022 einen Entwurf für ein modernes Bundestransparenzgesetz vorgelegt. Darin enthalten sind u.a. proaktive Veröffentlichungspflichten, kostenfreier Zugang und eng gefasste Ausnahmen mit einer Abwägung des öffentlichen Interesses. Statt Dokumente bei jeder Anfrage erneut herauszusuchen und zu prüfen, sollten wichtige staatliche Informationen einmal geprüft und anschließend für alle zugänglich gemacht werden. Echten Bürokratieabbau erreicht man durch gute Digitalisierung und proaktive Veröffentlichung. Vielen Dank an Transparency International Deutschland e.V. für die gemeinsame Veranstaltung, an Christin Lüttich für die Moderation sowie an Alexander Nguyen, Moritz Heuberger und Lisa Fialik für die Diskussion!
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UNESCO GLOBAL FORUM: Wikimedia für menschenrechtsbasierte Digitalpolitik #Wikimedia-Politik-Projektmanagerin Sophia Longwe diskutierte diese Woche beim 4. #UNESCO Global Forum on the #Ethics of #AI in Riad. Wichtigste Punkte: ➡️ Technologieunternehmen müssen in die Verantwortung für sichere und transparente #KI-Systeme genommen werden und eine echte Beteiligung junger Menschen möglich zu machen. ➡️ Es braucht bessere globale Zusammenarbeit von Politik, Wissenschaft, #Zivilgesellschaft, technischer Community und Wirtschaft. ➡️ Der Schutz junger Menschen darf nicht getrennt von KI-#Governance und Kinderrechten gedacht werden, sondern Teil einer kohärenten, menschenrechtsbasierten #Digitalpolitik sein. Vom 7.-9. September nahm Sophia an den Second Open Consultations und dem Multistakeholder Advisory Group (MAG) Meeting des Internet Governance Forums (#IGF) in Genf teil. Als Mitglied des MAG bringt sie dort die Perspektive der Zivilgesellschaft in die Programmgestaltung des diesjährigen IGF ein, das vom 14.-18. Dezember in Nairobi, Kenia, stattfindet. Ein für Wikimedia Deutschland besonders relevantes Thema ist dabei die Arbeit des Policy Network on Open Digital Infrastructure (PNODI), das sich mit offenen digitalen #Infrastrukturen beschäftigt. Darüber hinaus wird es beim IGF 2026 eine prominente Session zu Wissensinfrastrukturen geben. Die Arbeit im MAG knüpft damit auch an Wikimedia Deutschlands Engagement für offene und gemeinwohlorientierte digitale Infrastrukturen wie Wikidata und #Wikipedia an und zeigt, wie diese Perspektiven in globalen Diskussionen über die Zukunft des Internets eingebracht werden. Mehr zu Wikimedia-Positionen im Bereich europäischer und internationaler Digitalpolitik im Kommentar! Gruppenfoto: IGF Secretariat
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🚌 Was hat Wikipedia mit Omnibussen zu tun? Mehr, als man zunächst denkt: Mit dem digitalen Omnibus geht es um ein europäisches Gesetzesvorhaben, das den Bürokratieabbau zum Ziel hat 🇪🇺 Erstmal klingt das sinnvoll. Doch genau das kann Auswirkungen auf die Weiterverwendung von Daten und Dokumenten haben, indem mit Speziallizenzen der Zugang zu freiem Wissen eingeschränkt wird. Wikipedia ist ein gutes Beispiel dafür, wie mit bewährten Standardlizenzen – wie der Creative-Commons-Lizenzen – die Nachnutzung von Inhalten ermöglicht und Freies Wissen gesichert wird. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass die EU bei der Weiterverwendung von Daten und Dokumenten auf solche bewährten Standards setzt. Denn: Wissen ist besonders wertvoll, wenn es geteilt und weiterverwendet werden kann. 📚🌍