Startseite
  • Suche
  • Leichte Sprache
Hauptnavigation ein-/ausklappen
  • Themen
  • Akteurinnen
  • Blog
  • Angebote
  • Über Uns
Hauptnavigation ein-/ausklappen
Die erste Ausgabe des Nacht-Express 1995
Hydra e.V.

Die Hurenbewegung als Teil der Zweiten Frauenbewegung

verfasst von
  • Mareen Heying
veröffentlicht 10. September 2018
Sexarbeiterinnen in der BRD organisieren sich seit den 1980er Jahren als Hurenbewegung, um für Selbstbestimmung und gegen Diskriminierungen zu kämpfen. Sie nutzen Formen wie Hurenkongresse, Kampagnen, eigene Zeitschriften und entsprechende Bücher zum Thema für ihre Ziele und Forderungen.
Fußnoten Ausgewählte Publikationen Verwandte Themen

Themen

  • Körper & Sexualität
  • Arbeit & Ökonomie
  • Politik, Recht & Gesellschaft

Engagiert und selbstbewusst kämpften Prostituierte in (West-)Deutschland seit den 1980er-Jahren als organisierte Hurenbewegung für ihre Rechte sowie ihre gesellschaftliche und politische Anerkennung. Da Prostitution in der DDR verboten war, formierte sich dort keine Bewegung. Nach 1989 gründeten sich auch in den neuen Bundesländern Beratungsstellen für Prostituierte, die zum Teil mit der Hurenbewegung arbeiteten. Heute sind politisch aktive Sexarbeiter_innen deutschlandweit miteinander vernetzt.
Die Hurenbewegung betrachtete das Gesellschaftssystem als patriarchal und forderte Gesetzesänderungen, um die Autonomie von Sexarbeiterinnen zu garantieren. Perspektivisch strebte sie ein feministisches Ziel an: Selbstbestimmung über den eigenen Körper und das Ende geschlechtsspezifischer Diskriminierungen. Die von feministischen Prostituierten getragene Bewegung ist ein Teil der Zweiten Frauenbewegung, durch deren erfolgreiche Kämpfe in den 1960er- und 1970er-Jahren sie beeinflusst wurde.
Wie bei vielen feministischen Gruppen war für die Hurenbewegung in den Anfängen die Organisationsform der Selbsthilfe zentral. Als erste Selbsthilfegruppe gründete sich 1980 in West-Berlin der Verein Hydra1Drechsel, Diana: Die Berliner Hurenbewegung. Eine diskursanalytische Untersuchung am Beispiel von Hydra e. V. ab 1980, in: FFBIZ (Hg.): Spurensicherung. Feminismus in Aktion und Dokument, Berlin 2013, S. 7–16. als Gegenwehr gegen die regelmäßigen und obligatorischen Untersuchungen auf Geschlechtskrankheiten bei Prostituierten. Sperrbezirke, die Prostituierte in bestimmte Gebiete verbannen, waren 1984 Anlass zur Gründung von HWG (Huren Wehren sich Gemeinsam) in Frankfurt am Main. Es entstanden weitere „Schwesternorganisationen“2Drößler, Christine: Berlin Nürnberg Bremen, in: Zeitung für leichte und schwere Mädchen, Dezember 1995, Ausgabe 14, S. 48 ff, hier S. 48. wie Kassandra (Nürnberg 1987), Nitribitt (Bremen 1987), Phoenix (Hannover 1988) und Madonna (Bochum 1991).3Zu den einzelnen Gründungen siehe: Waldenberger, Almuth: Die Hurenbewegung. Geschichte und Debatten in Deutschland und Österreich seit den 1970er Jahren, Berlin u.a. 2016. Diese Form der kollektiven Selbstorganisierung von Sexarbeiterinnen in einer organisierten Prostituiertenbewegung gab es zuvor nicht in Deutschland. Die Hurenbewegung wurde von Prostituierten und Sozialarbeiterinnen getragen.

Die Aktivistinnen übernahmen selbstbewusst das Schmähwort ‚Hure‘, ihre Arbeit definierten sie als ‚Sexarbeit‘. Der Begriff ‚sex work‘ stammt von der US-amerikanischen Aktivistin Carol Leigh. Er wurde zunehmend von Prostitutionsaktivistinnen gegen die Objektivierung von Prostituierten eingesetzt und unterstreicht, dass es sich bei dem Anbieten einer sexuellen Dienstleistung um Arbeit handelt. Die Frauen in der Hurenbewegung definierten Prostitution als eine traditionelle Frauenarbeit, die wie andere reproduktive Tätigkeiten weder Anerkennung noch rechtlichen Schutz erfuhr. Damit schlossen sie an Argumente der feministischen Kampagne ‚Lohn für Hausarbeit‘ an, die eine Entlohnung reproduktiver Frauenarbeit einforderte. Hier sind Überschneidungen zu feministischen Kämpfen und Ansprüchen auszumachen.4Heying, Mareen: Hurenbewegungen und ihr Verhältnis zu Frauenbewegungen. Eine Annäherung an deutsche und italienische Prostituiertengruppen in den 1980er und 1990er Jahren, in: Ariadne. Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte, 2016, H. 70, S. 52–59.

Sexarbeiterinnen waren und sind aufgrund ihrer Arbeit Diskriminierungen und Stigmatisierungen ausgesetzt. Sie wollen jedoch wie andere Frauen behandelt werden und gleichberechtigt zu anderen Frauen wie auch zu anderen Erwerbstätigen sein. Dies sind zentrale Themen ihres Kampfes.
Die Dokumente der Hurenbewegung spiegeln die Aktivitäten der Bewegung und sind zum Beispiel im ‚Madonna-Archiv und Dokumentationszentrum SEXARBEIT‘ archiviert.

1. Benefiz-Ball von Madonna e.V. in Bochum (1996)
Madonna e.V., Bochum, Signatur: FP-12.7.2-BAL-1996
1. Benefiz-Ball von Madonna e.V. in Bochum (1996)
4. Benefiz-Ball von Madonna e.V. in Bochum zum 12-jährigen Bestehen (2003)
Madonna e.V.
4. Benefiz-Ball von Madonna e.V. in Bochum zum 12-jährigen Bestehen (2003)

Hurenkongresse

„Seit 1985 trifft sich die bundesdeutsche Hurenbewegung regelmäßig alle sechs Monate zu nationalen Kongressen, an denen alle Gruppen und engagierte Einzelkämpferinnen teilnehmen.“5Kurs-Haltung, in: Zeitung für leichte und schwere Mädchen, August 1990, Nr. 8, abgedruckt in: HWG (Hg.): HWG-Reader, Frankfurt a. M. 1994, S. 113. Die Anwesenden tauschten sich über die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit aus und diskutierten politische Ausrichtungen und Strategien der Bewegung. Beim ersten Kongress entwarfen sie einen 22 Punkte umfassenden Forderungskatalog.6Einzusehen ist der Forderungskatalog etwa hier: Roper, Maggie: Die Prostituiertenbewegung, in: Hübner, Irene / Roper, Maggie (Hg.): Protest im Spitzenhöschen. Huren wehren sich. Von der klassischen Hetäre zum postmodernen Bodygirl, Frankfurt a. M. 1988, S. 17–32, hier S. 29 f. Er diente als politische Diskussionsgrundlage und floss in verschiedene Gesetzentwürfe zur Prostitution ein, die die Hurenbewegung in den folgenden Jahren mit Unterstützung von JuristInnen verfasst hat.
Die Kongresse waren ein Freiraum „ohne Männer, ohne Freier, ohne Journalist/inn/en“.7Susanne: 2. Nationaler Prostituiertenkongress, in: Rotstift, Mai 1986, Nr. 9, S. 3 ff, hier S. 5. Dieser diskriminierungsfreie Raum war Sexarbeiterinnen für ihre politische Arbeit sehr wichtig. Seit 1990 sind männliche Sexarbeiter zugelassen, auch transsexuelle Prostituierte sind willkommen, aber es bleiben Treffen ohne „Presse oder andere Spanner“.8O. A.: Vermischtes, in: Zeitung für leichte und schwere Mädchen, Juli 1993, Nr. 11, abgedruckt in: HWG (Hg.): HWG-Reader, Frankfurt a. M. 1994, S. 190.
Die Hurenkongresse wurden zunehmend professioneller, hießen ab 1999 ‚Fachtagung Prostitution‘ und werden unter verschiedenen Bezeichnungen bis heute fortgesetzt. 2018 findet wieder ein ‚Hurenkongress‘ statt.

Hurenzeitschriften

Wie andere Gruppen der Frauenbewegung stellte auch die Hurenbewegung eine feministische Gegenöffentlichkeit und Gegenkultur her, wozu insbesondere Hurenzeitschriften gehören. Sie waren ein unmittelbares Medium, um Sexarbeiterinnen zu erreichen, zu informieren und zur Mitarbeit an der Hurenbewegung zu bewegen und um über Konflikte und Ideen der Hurenbewegung zu berichten. Auch Personen außerhalb des Prostitutionsmilieus gehörten zur Zielgruppe und wurden angesprochen, um Stereotype über Sexarbeiterinnen und Sexarbeit aufzubrechen und die Forderungen der Hurenbewegung in die Öffentlichkeit zu tragen.

Hydra brachte von 1980 bis 1995 den Nachtexpress. Zeitung für Bordell, Bar und Bordstein heraus, HWG veröffentlichte von 1984 bis 1998 die Zeitung für leichte und schwere Mädchen, in Stuttgart erschien von 1985 bis 1987 der Rotstift und Madonna brachte 1998 einmalig den Auspuff heraus. Zudem publiziert die Frankfurter Gruppe Doña Carmen seit September 1999 die Zeitschrift La Muchacha.
Seit 2005 gibt es das Forum sexworker.at, auf dem sich Sexarbeiter_innen austauschen und damit eine Stimme und Präsenz im Internet haben. Über 11.000 Mitglieder sind hier verzeichnet.

1.	Titelseite der 1. Ausgabe des Hydra‘s Nachtexpress vom 18.12.1980
Hydra e.V.
Titelseite der 1. Ausgabe des Hydra‘s Nachtexpress vom 18.12.1980
Titelseite der letzten Ausgabe Hydra‘s Nachexpress von 1995
Hydra e.V.
Titelseite der letzten Ausgabe Hydra‘s Nachexpress von 1995

Aktionen und Kampagnen

Weitere Mittel der vielfältigen Öffentlichkeitsarbeit der Hurenbewegung waren Demonstrationen sowie Besetzungen von Bordellen und öffentlichen Plätzen. Zwischen 1988 und Ende der 1990er-Jahre wurden Hurenbälle veranstaltet. Viele Aufklärungskampagnen sprachen Prostitutionskunden direkt an und betonten die Bedeutung von Kondomen als wichtigen Schutz vor Geschlechtskrankheiten.
Die Verbindung zu Kämpfen der Frauenbewegung wurde am ‚Hurenstreiktag‘ vom 8. März 1994 deutlich: Ein feministisches Streikkomitee rief für diesen Tag zum bundesweiten ‚Frauenstreiktag‘ auf, die Hurenbewegung solidarisierte sich und rückte zugleich ihre Forderungen in den Fokus. Ein an der Berliner Siegessäule befestigtes Transparent informierte: „Huren streiken für Hurenrechte“.9O. A.: Die Besteigung von Else …, in: Nachtexpress, 12. Jg., Winter 1995, S. 4. 
Die Postkartenkampagne ‚PROstitution‘ aus dem Jahr 1995 zeigte selbstbewusste Sexarbeiterinnen und forderte mehr Anerkennung und Rechte, um die Diskussion über Sexarbeit positiv anzuregen. Denn: „Erst wenn in der Bevölkerung mehr Toleranz und Akzeptanz für Prostituierte herrscht, ist es möglich, auch bei Politikern einen Sinneswandel zu erwirken.“10O. A.: PROstitution – auf gute Zusammenarbeit, in: Zeitung für leichte und schwere Mädchen, Dezember 1995, Nr. 14, S. 27–31, hier S. 30.

Zudem finden in der BRD seit den frühen 1980er-Jahren bis heute öffentliche und interne Diskussionen mit Unterstützer_innen der Bewegung statt. Dazu zählen einige JuristInnen und politische Parteien, das Bündnis der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter (bufas) sowie weitere Organisationen und gesellschaftliche Gruppen.

Hurenstreiktag Siegessäule, Berlin (08.03.1994)
Hydra e.V.
Hurenstreiktag Siegessäule, Berlin (08.03.1994) aus: Die Besteigung von Else …, in: Nachtexpress, 12. Jg., Winter 1995, S. 4
Postkartenaktion „PROstitution Auf gute Zusammenarbeit“ (o.J.)
Madonna e.V.
Postkartenaktion „PROstitution Auf gute Zusammenarbeit“ (o.J.)

Hurenliteratur

Prostitutionsaktivistinnen verfassen Bücher, die Aufschluss über die Entwicklung der Hurenbewegung und der Sexarbeit im Allgemeinen geben.
So wurde die Autorin Pieke Biermann durch Wir sind Frauen wie andere auch! Prostituierte und ihre Kämpfe (1980) „über Jahre zur gleichermaßen fähigen wie exponierten und isolierten Vertreterin der Hurenemanzipation in der Öffentlichkeit“.11Molloy, Cora: Die Deutsche Hurenbewegung, in: Drößler, Christine / Kratz, Jasmin (Hg.): Prostitution. Ein Handbuch, Marburg 1994, S. 13–23, hier S. 14.Beruf: Hure von Hydra (1988) analysiert auf Grundlage persönlicher Erfahrungen von Sexarbeiterinnen gesellschaftliche Zusammenhänge und Lebensrealitäten in der Sexarbeit. Hurenalltag. Sperrgebiet – Stigma – Selbsthilfe (1992) von der Aktivistin Cora Molloy beschreibt Auswirkungen der Frankfurter Sperrgebietsverordnungen auf den Arbeitsplatz ihrer Kolleginnen. Vertreterinnen der Hurenbewegung verfassten Prostitution: Ein Handbuch (1994). Sexarbeiterinnen thematisieren aus verschiedenen Blickwinkeln den Prostitutionsalltag und beleuchten die die Prostitution betreffende Rechtsprechung. Die politischen, zum Teil sehr persönlichen Bücher sind Teil der feministischen Gegenkultur und -öffentlichkeit der Hurenbewegung.
Die Sexarbeiterin Undine de Rivière gab 2018 mit Mein Huren-Manifest. Inside Sex-Business Einblicke in ihre Arbeit.

Wandel der Hurenbewegung

Wie in anderen sozialen Bewegungen, so gab es auch innerhalb der Hurenbewegung Konflikte. Diskutiert wurde etwa, ob die Aktivistinnen die Interessen aller Sexarbeiterinnen vertreten können und ob nicht einige Aktivistinnen ihre Arbeit zu sehr glorifizierten. Auch wurde gefragt, ob die unterstützenden Sozialarbeiterinnen im Namen von Sexarbeiterinnen sprechen dürfen. Trotz teilweise unterschiedlicher Meinungen verfolgten die Aktivistinnen in der Bewegung dasselbe Ziel: einen Wandel der bestehenden Machtverhältnisse, damit es keine Abhängigkeiten mehr gibt. Bis dahin forderten sie kollektiv eine Rechtsprechung, die ein gutes Arbeiten in der Prostitution ermöglicht.

1998 beschlossen SPD und Die Grünen, die rechtliche und soziale Lage von Prostituierten in Deutschland zu verbessern. Dies werteten einige Sexarbeiterinnen zunächst als Erfolg ihrer Kämpfe: „wir hatten es also geschafft … dachten wir!“12Czajka, Maya: Huren in Bewegung, in: Dücker, Elisabeth von (Hg.): Sexarbeit. Prostitution – Lebenswelten und Mythen, Bremen 2005, S. 206 f, hier S. 207. Am 1. Januar 2002 trat das ‚Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten‘ in Kraft. Zwar war damit ein erster Schritt zur rechtlichen Anerkennung von Sexarbeit als Dienstleistung und damit zur Gleichberechtigung von Sexarbeiter_innen in Deutschland gemacht, doch: „Dieses Gesetz ist keines, das morgen in der Praxis Veränderungen erzeugen wird“,13Schaaf, Julia: Anschaffen und absichern. Am 1. Januar tritt ein neues Gesetz in Kraft, das Prostituierten mehr Rechte verschaffen soll. Was es ihnen bringt, bleibt umstritten, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 21.10.2001, S. 53. merkte die Aktivistin Stephanie Klee an. Die Hurenbewegung forderte weitreichendere Änderungen.
Ab 2002 wurde es ruhiger um die Hurenbewegung, viele der Selbsthilfeprojekte institutionalisierten sich und fungieren heute als Beratungsstellen für Sexarbeiterinnen, die sich in der Tradition der Hurenbewegung sehen.

Mein Beruf gehört mir.
BesD e.V.
Mein Beruf gehört mir. Appell für Prostitution des Berufsverbandes erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD) e.V., 2013

2013 gründete sich der Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD e.V.). Er setzt sich für eine gesellschaftliche und rechtliche Anerkennung von Sexarbeit ein und kämpft „für die Rechte von allen in der Sexarbeit tätigen Menschen“.14Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen: Wir über uns, Zugriff am 2.6.2018 unter https://berufsverband-sexarbeit.de/index.php/wir-ueber-uns/" target="_blank">https://berufsverband-sexarbeit.de/index.php/wir-ueber-uns/;. Als Reaktion auf die mediale Gleichsetzung von Sexarbeit mit Menschenhandel und Gewalt versteht sich der durch den BesD initiierte ‚Appell FÜR Prostitution für die Stärkung der Rechte und für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen in der Sexarbeit‘ von 2013.

Seit 2017 läuft die Kampagne ‚Sexarbeit ist Arbeit. Respekt!‘.

Kampagne „Sexarbeit ist Arbeit. Respekt!“
Brigitte Reinhard
Kampagne „Sexarbeit ist Arbeit. Respekt!“
Veröffentlicht: 10. September 2018

Verfasst von:

Mareen Heying

geb. 1982, Historikerin, hat zur Hurenbewegung und zum italienischen Pendant ‚Lucciole‘ promoviert. Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Frauen- und Geschlechtergeschichte, Alltags- und Sozialgeschichte, Geschichte der Arbeit. Sie hat vornehmlich zu Sexarbeit sowie zum antifaschistischen Widerstand von Frauen gegen den Nationalsozialismus publiziert.

Empfohlene Zitierweise

Mareen Heying (2018): Die Hurenbewegung als Teil der Zweiten Frauenbewegung, in: Digitales Deutsches Frauenarchiv
URL: https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/themen/die-hurenbewegung-als-teil-der-zweiten-frauenbewegung
Zuletzt besucht am: 15.10.2026

Fußnoten

  1. 1 Drechsel, Diana: Die Berliner Hurenbewegung. Eine diskursanalytische Untersuchung am Beispiel von Hydra e. V. ab 1980, in: FFBIZ (Hg.): Spurensicherung. Feminismus in Aktion und Dokument, Berlin 2013, S. 7–16.
  2. 2 Drößler, Christine: Berlin Nürnberg Bremen, in: Zeitung für leichte und schwere Mädchen, Dezember 1995, Ausgabe 14, S. 48 ff, hier S. 48.
  3. 3 Zu den einzelnen Gründungen siehe: Waldenberger, Almuth: Die Hurenbewegung. Geschichte und Debatten in Deutschland und Österreich seit den 1970er Jahren, Berlin u.a. 2016.
  4. 4 Heying, Mareen: Hurenbewegungen und ihr Verhältnis zu Frauenbewegungen. Eine Annäherung an deutsche und italienische Prostituiertengruppen in den 1980er und 1990er Jahren, in: Ariadne. Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte, 2016, H. 70, S. 52–59.
  5. 5 Kurs-Haltung, in: Zeitung für leichte und schwere Mädchen, August 1990, Nr. 8, abgedruckt in: HWG (Hg.): HWG-Reader, Frankfurt a. M. 1994, S. 113.
  6. 6 Einzusehen ist der Forderungskatalog etwa hier: Roper, Maggie: Die Prostituiertenbewegung, in: Hübner, Irene / Roper, Maggie (Hg.): Protest im Spitzenhöschen. Huren wehren sich. Von der klassischen Hetäre zum postmodernen Bodygirl, Frankfurt a. M. 1988, S. 17–32, hier S. 29 f.
  7. 7 Susanne: 2. Nationaler Prostituiertenkongress, in: Rotstift, Mai 1986, Nr. 9, S. 3 ff, hier S. 5.
  8. 8 O. A.: Vermischtes, in: Zeitung für leichte und schwere Mädchen, Juli 1993, Nr. 11, abgedruckt in: HWG (Hg.): HWG-Reader, Frankfurt a. M. 1994, S. 190.
  9. 9 O. A.: Die Besteigung von Else …, in: Nachtexpress, 12. Jg., Winter 1995, S. 4.
  10. 10 O. A.: PROstitution – auf gute Zusammenarbeit, in: Zeitung für leichte und schwere Mädchen, Dezember 1995, Nr. 14, S. 27–31, hier S. 30.
  11. 11 Molloy, Cora: Die Deutsche Hurenbewegung, in: Drößler, Christine / Kratz, Jasmin (Hg.): Prostitution. Ein Handbuch, Marburg 1994, S. 13–23, hier S. 14.
  12. 12 Czajka, Maya: Huren in Bewegung, in: Dücker, Elisabeth von (Hg.): Sexarbeit. Prostitution – Lebenswelten und Mythen, Bremen 2005, S. 206 f, hier S. 207.
  13. 13 Schaaf, Julia: Anschaffen und absichern. Am 1. Januar tritt ein neues Gesetz in Kraft, das Prostituierten mehr Rechte verschaffen soll. Was es ihnen bringt, bleibt umstritten, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 21.10.2001, S. 53.
  14. 14 Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen: Wir über uns, Zugriff am 2.6.2018 unter https://berufsverband-sexarbeit.de/index.php/wir-ueber-uns/.

Ausgewählte Publikationen

  • FFBIZ (Hg.): Spurensicherung. Feminismus in Aktion und Dokument, Berlin 2013.
    https://www.meta-katalog.eu/Record/58554genderbib
  • Waldenberger, Almuth: Die Hurenbewegung. Geschichte und Debatten in Deutschland und Österreich seit den 1970er Jahren, Berlin u. a. 2016.
    https://www.meta-katalog.eu/Record/264madonna
  • Hübner, Irene / Roper, Maggie (Hg.): Protest im Spitzenhöschen. Huren wehren sich. Von der klassischen Hetäre zum postmodernen Bodygirl, Frankfurt a. M. 1988.
    https://www.meta-katalog.eu/Record/92madonna
  • Drößler, Christine / Kratz, Jasmin (Hg.): Prostitution. Ein Handbuch, Marburg 1994.
    https://www.meta-katalog.eu/Record/6846genderbib
  • Dücker, Elisabeth von (Hg.): Sexarbeit. Prostitution – Lebenswelten und Mythen, Bremen 2005.
    https://www.meta-katalog.eu/Record/33598genderbib
  • Heying, Mareen: Huren in Bewegung. Kämpfe von Sexarbeiterinnen in Deutschland und Italien, 1980 bis 2001, Essen 2019.
    https://www.meta-katalog.eu/Record/1322madonna

Schlagworte

  • Diskriminierung
  • Gleichberechtigung
  • Institutionalisierung
  • Prostitution
  • Sexarbeit
  • Stigmatisierung

Teilen auf

  • Inhalt auf X (Twitter) teilen
  • Inhalt auf Facebook teilen

Verwandte Themen

Zeitschrift Mathilde Cover-Mix

Die Frauenzeitschrift MATHILDE

Verfasst von
Bettina Bergstedt
Die MATHILDE, das nicht-kommerzielle Frauenmagazin aus Darmstadt, war eine ehrenamtlich produzierte Print-Zeitschrift von Frauen für Frauen. Seit 1992 erschien sie mit sechs Ausgaben pro Jahr – über 30 Jahre lang. Obwohl sie sich zunehmend professionalisierte, wurde sie Ende 2024 eingestellt.
Appell für die Prostitution "Mein Beruf gehört mir"

Eine unentbehrliche politische Selbstvertretung – die Sexarbeitsbewegung nach 2013

Verfasst von
Joana Lilli Hofstetter
Ab 2013 organisierten sich Sexarbeitende in Deutschland kollektiv, um rechtliche Einschränkungen zu verhindern. Doch mit der Einführung des Prostituiertenschutzgesetzes 2017 waren diese Bemühungen gescheitert. Dennoch schufen Sexarbeitende eine anhaltende und diverse Sexarbeitsbewegung.
gelber Button mit dem Text "Verein der in der DDR geschiedenen Frauen e.V."

Vergessen – Die in der DDR geschiedenen Frauen

Verfasst von
Bettina Schneider
Ein Härtefallfonds sollte Linderung bringen und soziale Armut abfedern. Doch rund 95 Prozent der in der DDR geschiedenen Frauen gehen auch nach mehr als 30 Jahren nach der Maueröffnung mit ihren Rentenansprüchen leer aus. Für die Umsetzung ihrer Ansprüche setzt sich bis heute der Verein ‚in der DDR geschiedene Frauen e.V.‘ ein.
Porträt von Zilly Schmidt

Sintizze und Romnja im Nationalsozialismus

Verfasst von
Verena Meier
Die intersektionale Perspektive auf den Völkermord an Sinti*zze und Rom*nja offenbart, dass Frauen von sich verschränkenden Vorurteilen und Verfolgungsformen betroffen waren. Was waren ihre spezifischen Erfahrungen, welche Rolle übernahmen Sintizze und Romnja bei der Aufarbeitung der Verbrechen?
Architekturmodell des geplanten Genossenschaftsbordells "Im Winkel 14"

„Im Winkel 14“ – vom Versuch, ein genossenschaftliches Bordell in Bochum zu gründen

Verfasst von
Ruth Martini
Ende der 1990er-Jahre fand sich eine Gruppe von Sexarbeiterinnen und Sozialarbeiterinnen in Bochum zusammen, um praktische Lösungen für die rechtliche Benachteiligung von Sexarbeitenden zu finden. Es entstand der Plan, ein genossenschaftliches Bordell und eine Lehrgaststätte zu gründen.
Materialien aus der Archivarbeit zu Prostitution und Gesundheit

Von der Zwangsuntersuchung zum Willkommen in der Gesundheitsversorgung

Verfasst von
Deborah Hacke
Seit dem Bestehen von Gesetzgebungen zur Regelung der Sexarbeit wird die Gesundheit von Sexarbeiter*innen kontrolliert und sanktioniert. Ein historischer Abriss der Entwicklung von der Zwangsuntersuchung der 1950er-Jahre zum Willkommen in der Gesundheitsversorgung im 21. Jahrhundert.
  • Logo IDA Dachverband
  • Gefördert von: Logo Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
    • Red Dot Design Award 2019
    • iF Design Award 2019
Startseite
© 2026 Das Digitale Deutsche Frauenarchiv (DDF) ist ein interaktives Fachportal zur Geschichte der Frauenbewegungen in Deutschland.
  • Kontakt & Impressum
  • Presse
  • Datenschutzerklärung
  • Nutzungsbedingungen
  • Barrierefreiheit

Folgen Sie uns

  • X
  • Facebook
  • Instagram
  • RSS-Feed