Tomás de Zumalacárregui

spanischer General im 1. Carlistenaufstand

Tomás de Zumalacárregui y de Imaz (baskisch Tomas Zumalakarregi Imatz; * 29. Dezember 1788 in Ormáiztegui; † 24. Juni 1835 in Zegama) war ein spanischer General und Anführer der Carlisten.

Tomás de Zumalacárregui

Zumalacárregui wurde als Sohn eines begüterten Rechtsanwalts im Baskenland geboren. Er sollte gleichfalls eine Ausbildung als Anwalt erhalten. Als 1808 die napoleonischen Truppen Spanien besetzten, meldete er sich freiwillig in Saragossa bei der spanischen Armee. Er nahm an der Schlacht von Tudela teil und geriet danach wahrscheinlich in Gefangenschaft, der er sich aber durch Flucht entziehen konnte. Zeitweise schloss er sich den Guerrillas an, kehrte aber in den regulären Militärdienst der königlich spanischen Armee zurück, wo er bis zum Hauptmann aufstieg.

Während des Trienio Liberal und der französischen Invasion in Spanien wurde er von seinen liberalen Offizierskollegen wegen seines Ultramontanismus und der scharfen Ablehnung von Konstitutionalismus und sozialen Reformen denunziert und ging ins Exil nach Frankreich. Nach Kriegsende kehrte er zur Armee zurück und wurde 1825 zum Oberstleutnant und 1829 zum Oberst befördert. 1832 wurde er zum Militärgouverneur von Ferrol ernannt. Nach dem Tod König Ferdinands VII. im Jahr 1833 wurde er wegen des Verdachtes der Sympathien für Don Carlos, den Bruder des verstorbenen Königs, der die von diesem geänderte Thronfolge nicht anerkannte und selbst nach dem Thron strebte, in Pamplona unter Hausarrest gestellt. Im Oktober erhielt er von Don Carlos die Aufforderung, das militärische Kommando des carlistischen Aufstandes in Navarra zu übernehmen. Zumalacárregui entfloh aus dem Hausarrest in die Berge. Dort gelang es ihm innerhalb kürzester Zeit, aus anfangs wenigen hundert undisziplinierten und unerfahrenen Kämpfern eine schlagkräftige und disziplinierte Armee zu formen. Das carlistische Heer bestand zu großen Teilen aus baskischen und navarresischen Freiwilligen, von denen viele kein Spanisch sprachen. Da Zumalacárregui aufgrund seiner baskischen Herkunft mit den einfachen Bauern in ihrer Sprache kommunizieren konnte, entstand ein starkes Vertrauensverhältnis zu den Soldaten, die ihn liebevoll Tío Tomás („Onkel Thomas“) nannten. Er führte seine Truppen in Guerillataktik und errang zahlreiche Siege gegen die cristinische Regierungsarmee, darunter die Schlachten von Alsasua, Alegría de Álava, und Venta de Echavarri. Seine Erfolge ermöglichten es ihm, Don Carlos in sein Lager zu laden. Dieser folgte der Einladung im Juli 1834, war aber voller Misstrauen gegenüber seinem so erfolgreichen und populären General. Im Juni 1835 erreichte dessen Armee eine Stärke von über 30.000 Mann. Er gewann im April 1835 die Schlacht von Artaza und wollte nun mit seinem Heer nach Madrid marschieren. Doch Don Carlos drängte ihn, zuerst Bilbao zu erobern. Bei der Belagerung der Stadt wurde Zumalacárregui am 14. Juni bei der Basilika Unserer Lieben Frau von Begoña von einer Kugel in die Wade getroffen. Zur Behandlung der vermeintlich nur leichten Verletzung entsandte Don Carlos seine eigenen Leibärzte. Doch wenige Tage später starb Zumalacárregui am Wundbrand. Schon sehr bald tauchten Verdächtigungen auf, er sei seiner Popularität wegen von Don Carlos vergiftet worden. Er wurde an seinem Sterbeort in Cegama begraben. Postum wurde er von Don Carlos als Conde de Zumalacárregui in den Grafenstand sowie als Duque de la Victoria zum Herzog erhoben. Beide Titel wurden unter Franco als offizielle spanische Adelstitel anerkannt und existieren bis heute.

Zumalacárregui wurde von seinen Zeitgenossen als tiefgläubiger Mensch beschrieben, der geradlinig für seine radikal gegen die Aufklärung und den Zentralismus gerichteten, legitimistisch-absolutistischen Überzeugungen eintrat. Sein Motto „Gott, Vaterland und König“ (Dios, Patria y Rey) wurde zum Schlachtruf der Carlisten. Der Nachwelt ist er insbesondere durch das Tragen der roten Baskenmütze in Erinnerung geblieben, die zum Erkennungszeichen des Carlismus wurde.

Literatur

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  • Mark Lawrence: Spain’s First Carlist War, 1833–40. Palgrave Macmillan, London 2014, ISBN 978-1-349-48652-6, S. 48–83 u. ö.
  • Juan Antonio Zaratiegui: Vida y hechos de D. Tomás de Zumalacárregui: nombrado por el señor don Carlos María Isidro de Borbón, capitán general del ejército realista, duque de la Victoria y conde de Zumalacárregui, Escelicer, S.L. San Sebastián 1946.
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Commons: Primera Guerra Carlista – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien