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Rudolf Friedrich (Politiker, 1936)

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Kandidatenplakat zur Landtagswahl in Hessen 1987

Rudolf Friedrich (* 2. Juni 1936 in Neudek im Sudetenland, heute Ortsteil von Bělotín, Okres Přerov, Tschechoslowakei; † 9. Juli 2026[1]) war ein deutscher Politiker (CDU).

Ausbildung und Beruf

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Rudolf Friedrich wurde als Sohn von Emma Friedrich, geborener Gold, und des Schneidermeisters und Postbeamten Rudolf Friedrich in Neudek (heute Nejdek), einem kleinen Bauerndorf im sudetendeutschen Kuhländchen, geboren; er wuchs in Kunín auf. Die Vertreibung verfrachtete seine Familie in den Oberlahnkreis, wo er mit Eltern und seinen beiden Brüdern bis 1951 in Aumenau lebte.

Der Beruf des Eisenbahners führte ihn in die Mainmetropole. Seit 1955 war er Frankfurter. Dem Hessischen Landtag gehörte der ehemalige Bundesbahnbeamte ab 1974 drei Jahrzehnte an.

Rudolf Friedrich war katholisch, verheiratet ab 1962 mit Erika Friedrich, geborener Ortmann, und hatte zwei Kinder (Johannes und Ulrike).

Rudolf Friedrich war seit 1959 Mitglied der CDU. Von 1975 bis 1999 führte Rudi Friedrich den CDU-Stadtbezirksverband Nordend. Er war zudem Kreisvorstand in Frankfurt am Main.

Friedrich war 27 Jahre Landesvorsitzender der CDU-Vereinigung Union der Vertriebenen und Flüchtlinge, außerdem stellvertretender Bundesvorsitzender, und wurde danach zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Seit 1970 war er Stadtverordneter in Frankfurt am Main.

Rudolf Friedrich war Abgeordneter des Hessischen Landtags vom 1. Dezember 1974 bis 4. April 2003 und Mitglied im Vorstand der CDU-Landtagsfraktion. Dabei wurde er 1987, 1991 und 1995 im Wahlkreis Frankfurt am Main V und sonst über die CDU-Landesliste gewählt.

Friedrich wurde Verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, seit 1983 Mitglied im Fraktionsvorstand, aber seine besonderen Bemühungen in seinen politischen Funktionen galten den Heimatvertriebenen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern. Im Parlament war er von April 1983 bis April 1999 Vorsitzender des Landtag-Unterausschusses für Heimatvertriebene, Aussiedler, Flüchtlinge und Wiedergutmachung.

Von 1999 bis 2009 war Friedrich Landesbeauftragter der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler. Er war, als einer von fünf Vertretern der Bundesländer, Mitglied des beim Bundesministerium des Innern gebildeten Beirats für Spätaussiedlerfragen.[2]

Sonstige Ämter

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Friedrich war ab 1985 langjähriger Landesvorsitzender und später Ehrenvorsitzender der Ackermann-Gemeinde, stellvertretender Landesvorsitzender des Bundes des Vertriebenen (BdV) und ab 1984 Vizepräsident der Bundesversammlung der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Er war zudem im Landesvorstand der Paneuropa-Union.

Rudolf Friedrich war Familiare des Deutschen Ordens. Er erhielt 1962 die Silberne Ehrennadel des Bundes der Katholischen Jugend Deutschland, 1980 die Römerplakette der Stadt Frankfurt am Main, 1982 die Goldene Ehrennadel des BdV. 2002 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und die Wenzel-Jaksch-Medaille im Jahr 2001. Auch seine Heimatgemeinde ehrte ihn mit der Kuhländler Ehrenmedaille. 2006 zeichnete Papst Benedikt XVI. Rudolf Friedrich mit dem päpstlichen Silvesterorden aus. Die Urkunde überreichte der Weihbischof Gerhard Pieschl, die Ordensinsignien Diözesanvertriebenenseelsorger Kindermann. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft zeichnete Friedrich 1979 mit ihrem Ehrenzeichen, 2008 mit ihrer zweithöchsten Auszeichnung, dem Ehrenbrief der Sudetendeutschen Landsmannschaft, in Anwesenheit des Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch aus. 2008 wurde er mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille, der höchsten Auszeichnung des Landes Hessen, geehrt.

  • Jochen Lengemann: Das Hessen-Parlament 1946–1986. Biographisches Handbuch des Beratenden Landesausschusses, der Verfassungsberatenden Landesversammlung und des Hessischen Landtags (1.–11. Wahlperiode). Hrsg.: Präsident des Hessischen Landtags. Insel-Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-458-14330-0, S. 256 (hessen.de [PDF; 12,4 MB]).
  • Jochen Lengemann: MdL Hessen. 1808–1996. Biographischer Index (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 14 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 48, 7). Elwert, Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 135.
  • Friedrich, Rudolf. (2) In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 337.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Traueranzeige in der Frankfurter Neuen Presse vom 18. Juli 2026, abgerufen am 18. Juli 2026
  2. ↑ http://verwaltung.hessen.de/irj/HSM_Internet?rid=HSM_15/HSM_Internet/sub/9fe/9fe20f14-acc6-1a01-a3b2-171bf5aa60df,,,11111111-2222-3333-4444-100000005003%26overview=true.htm