Normandia
| Município de Normandia Normandia | |||
|---|---|---|---|
Lago Caracaranã im Gemeindegebiet von Normandia | |||
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| Koordinaten | 3° 53′ N, 59° 37′ W | ||
| Symbole | |||
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| Gründung | 1982 (Munizip)[1] | ||
| Basisdaten | |||
| Staat | Brasilien | ||
| Bundesstaat | Roraima | ||
| ISO 3166-2 | BR-RR | ||
| Região intermediária | Boa Vista (seit 2017) | ||
| Região imediata | Pacaraima (seit 2017) | ||
| Höhe | 110 m | ||
| Gewässer | Rio Ireng | ||
| Klima | tropisches Savannenklima | ||
| Fläche | 6960 km² | ||
| Einwohner | 16.323 (2025[2]) | ||
| Dichte | 2,3 Ew./km² | ||
| Zeitzone | UTC−4 | ||
| Website | www.normandia.rr.gov.br (brasilianisches Portugiesisch) | ||
| HDI | 0,594 (2010) | ||
Normandia ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Roraima im Norden des Landes. Sie liegt im Nordosten des Bundesstaates an der Grenze zu Guyana und gehört zu den dünn besiedelten Regionen im Grenzraum Amazoniens. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf etwa 14.000 geschätzt.[3]
Geografie und Klima
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Normandia liegt im Nordosten Roraimas und ist Teil der ausgedehnten Savannenlandschaft des sogenannten lavrado, die sich deutlich von den dichter bewaldeten Regionen des Amazonasbeckens unterscheidet. Diese offenen Graslandschaften sind durch vereinzelte Baumgruppen, saisonale Feuchtgebiete und Flussläufe gegliedert. Die Gemeinde besteht fast ausschließlich aus indigenen Gebieten; 98,6 % der Fläche der Stadt gehören zum Raposa Serra do Sol-Indigenenreservat, wo sich der Lago Caracaranã befindet.[4] Das Gemeindegebiet wird unter anderem durch den Rio Ireng geprägt, der die Grenze zu Guyana bildet und eine wichtige hydrologische sowie geopolitische Funktion erfüllt. Die Region ist durch eine vergleichsweise flache Topografie gekennzeichnet, die landwirtschaftliche Nutzung erleichtert, jedoch auch anfällig für saisonale Überschwemmungen ist. Das Klima ist tropisches Savannenklima mit ausgeprägten jahreszeitlichen Unterschieden in der Niederschlagsverteilung.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Region des heutigen Normandia war traditionell von indigenen Bevölkerungsgruppen bewohnt und wurde erst im 20. Jahrhundert stärker in staatliche Strukturen integriert. Normandia hat seinen Namen von der französischen Region Normandie, dem Geburtsort des Siedlers Henri Charrière, besser bekannt als „Papillon“. Charrière wurde zu einer Haftstrafe in einem Hochsicherheitsgefängnis auf der Teufelsinsel in Französisch-Guayana verurteilt. Ihm gelang es zusammen mit mehreren Mitgefangenen, aus Französisch-Guayana nach Brasilien zu fliehen, wo sie sich in der Gegend des heutigen Normandia niederließen. Während Charrière die Siedlung nach vier oder fünf Jahren wieder verließ, blieben andere Mitgefangene dort dauerhaft. Die Gemeinde Normandia wurde durch das Bundesgesetz Nr. 7.009 vom Juli 1982 gegründet, wobei ihr Gebiet aus der Landeshauptstadt Boa Vista ausgegliedert wurde.[5] Die weitere Entwicklung blieb aufgrund der abgelegenen Lage, der geringen Bevölkerungsdichte und der starken Präsenz indigener Territorien vergleichsweise begrenzt.
Demografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf etwa 16.000 Personen geschätzt.[3] Knapp 90 Prozent der Bevölkerung gehört der indigenen Bevölkerung. Diese lebt über das Gebiet der Gemeinde verteilt. 2022 hatte der Hauptort nur knapp 3000 Einwohner.[6][7]
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1991 | 7.419 |
| 2000 | 6.138 |
| 2010 | 8.940 |
| 2022 | 13.986 |
| Volkszählungen | |
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aufgrund der infrastrukturellen Einschränkungen und der großen Ausdehnung indigener Territorien bleibt die wirtschaftliche Diversifizierung begrenzt. Die Wirtschaft von Normandia ist überwiegend durch Subsistenzlandwirtschaft, Viehzucht und staatliche Dienstleistungen geprägt. In den offenen Savannenlandschaften wird Viehzucht betrieben, während kleinräumiger Ackerbau der lokalen Versorgung dient. Die Grenzlage ermöglicht zudem begrenzte wirtschaftliche Kontakte mit Guyana, wenngleich diese im Vergleich zu anderen Grenzregionen relativ schwach ausgeprägt sind. Der öffentliche Sektor spielt eine zentrale Rolle als Arbeitgeber. Eine weitere Einnahmequelle bildet der Tourismus rund um den Lago Caracaranã.
Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Normandia gehört zum römisch-katholischen Bistum Roraima.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Normandia – Histórico. In: IBGE. Abgerufen am 29. April 2026 (brasilianisches Portugiesisch).
- ↑ Normandia – Panorama. IBGE, abgerufen am 29. April 2026 (brasilianisches Portugiesisch).
- 1 2 Normandia – Panorama. In: IBGE. Abgerufen am 29. April 2026 (brasilianisches Portugiesisch).
- ↑ Normandia (RR) - BrasilChannel.com.br. Archiviert vom am 8. September 2014; abgerufen am 29. April 2026.
- ↑ Normandia – Histórico. In: IBGE. Abgerufen am 29. April 2026.
- ↑ City Population: Normandia. Abgerufen am 29. April 2026.
- ↑ City Population: Urbane Orte in Normandia. Abgerufen am 29. April 2026.
