Leopardus tilcayo
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Leopardus tilcayo | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Leopardus tilcayo | ||||||||||||
| Nogales-Ascarrunz, Aliaga-Rossel, Lescroart & Eizirik, 2026 |
Leopardus tilcayo ist eine südamerikanische Katzenart, die in Bolivien vorkommt. Sie wurde erst im Jahr 2026 als eigenständige Art beschrieben und gehört zum Artenkomplex der Tigerkatzen. Dabei handelt es sich um die erste Erstbeschreibung einer neuen Katzenart seit mehr als 100 Jahren.[An 1] Im Deutschen wird die Art wahlweise als Tilcayo-Tigerkatze[1], Tilcayo-Katze[2], Tilkayo-Katze[3] oder schlicht Tilcayo[4] betitelt.
Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 42,5 bis 50,5 Zentimeter und einer Schwanzlänge von 25,0 bis 26,5 Zentimeter ist sie kleiner als eine durchschnittliche Hauskatze. Das Rückenfell hat eine hellbraune Grundfärbung mit einem dunklen Streifen entlang der Rückenmitte. An den Körperseiten und zu den Außenseiten der Gliedmaßen hin wird das Fell immer heller in Richtung beige. Es zeigt eine Musterung mit relativ großen, unregelmäßigen, dunkelbraunen bis schwarzen Rosetten, die nicht miteinander verschmolzen sind.[5]
Verglichen mit der Anden-Ozelotkatze (Leopardus pardinoides) hat Leopardus tilcayo ein kürzeres Fell mit einem kontrastärmeren Muster und offenere, weitere und unregelmäßigere Rosetten. Außerdem ist der Schwanz weniger buschig und breite, durchgehende Schwanzringe fehlen. Von der Nördlichen Tigerkatze (L. tigrinus) kann Leopardus tilcayo durch die größeren und unregelmäßigeren Rosetten an den Körperseiten sowie den längeren und dickeren, unregelmäßig gefleckten Schwanz unterschieden werden. Das Fell von L. tilcayo ist weniger kontrastreich als das der Südlichen Tigerkatze (L. guttulus), die Rosetten sind heterogener und größer, der Schwanz ist in Relation zur Kopf-Rumpf-Länge länger.[5]
Verbreitung
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Leopardus tilcayo kommt in den bolivianischen Yungas vor, einer aus zwei langgestreckten Tälern bestehenden Region, die den Übergang zwischen dem Andenhochland und dem tropischen Amazonas-Regenwald bildet und parallel zum Ostrand der Ostkordillere verläuft. Die Ausdehnung des Verbreitungsgebietes von L. tilcayo ist bislang aber nicht bekannt, da die Katze auf Fotos, die von Kamerafallen aufgenommen werden, häufig mit der Margay (Leopardus wiedii) verwechselt wird.[5]
Systematik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Leopardus tilcayo wurde im Jahr 2026 durch ein Team lateinamerikanischer Wissenschaftler erstbeschrieben und nach der lokalen Bezeichnung „Tilcayo“ für diese Katzen benannt.[6] Die Terra typica liegt in den bolivianischen Yungas in der Nähe des Dorfes Arapata, 1570 Meter oberhalb des Meeresspiegels. L. tilcayo gehört zu den Pardelkatzen (Leopardus, Untergattung Oncifelis), eine von zwölf Gattungen der Kleinkatzen (Felinae). Sie ist die Schwesterart einer von der Anden-Ozelotkatze und der Nördlichen Tigerkatze gebildeten Klade, die damit ihre nächsten Verwandten sind. Den genetischen Daten zufolge spaltete sich L. tilcayo durch klimatische und geografische Faktoren bedingt während des frühen Pleistozäns vor fast 1,4 Millionen Jahren von der L. tigrinus/L. pardinoides-Linie ab.[5]
Lebensweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Über die Lebensweise der Tiere ist noch wenig bekannt. Aufnahmen aus Fotofallen und erste Kotproben deuten darauf hin, dass es sich um nachtaktive Tiere handelt, die überwiegend Kleinsäuger jagen. Auch die Anzahl der frei lebenden Tiere ist unklar.[7]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ https://www.zeit.de/news/2026-09/18/erstmals-seit-100-jahren-neue-katzenart-entdeckt
- ↑ https://www.zeit.de/wissenschaft/umwelt/2026-09/leopardus-tilcayo-tigerkatze-bolivien-yungas-genetik
- ↑ https://science.orf.at/stories/3237383/
- ↑ https://www.derstandard.at/story/3000000340308/weltweit-erste-neue-katzenspezies-seit-rund-hundert-jahren-entdeckt
- 1 2 3 4 Jonas Lescroart, Paola Nogales-Ascarrunz, Molly Cassatt-Johnstone, Alejandra Bonilla-Sánchez, Caroline Charão Sartor, Fernando Angulo, Jorge L. Ramirez, Larissa Rosa de Oliveira, Tadeu Gomes de Oliveira, Beth Shapiro, Enzo Aliaga-Rossel, Hannes Svardal und Eduardo Eizirik (2026): Phylogenomics and Museomics reveal Five distinct Species of Tiger Cats in South America. Current Biology. doi: 10.1016/j.cub.2026.08.059
- ↑ Jason Bittel und Joel Sartore (Fotographien): Meet the First New Cat Species Discovered in 100 Years. National Geographic, 17. September 2026, abgerufen am 18. September 2026 (englisch).
- ↑ Neue Katzenart in Bolivien
Anmerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Im Jahr 1923 beschrieb der uruguayische Naturforscher Dámaso Antonio Larrañaga die Muñoa-Pampaskatze (Leopardus fasciatus).