Karl Ahorner

Karl Ahorner (* 8. September 1889 in Kirchdorf, Steiermark; † 6. August 1949 in Leoben)[1] war ein österreichischer Politiker (NSDAP).
Leben und Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Besuch der Volksschule und eines humanistischen Gymnasiums absolvierte Karl Ahorner die Lehrerausbildungsanstalt in Graz. Seit 1908 arbeitete er als Lehrer. Von 1915 bis 1918 kämpfte er im Ersten Weltkrieg an der italienischen Front mit der k.u.k. Armee. Aus dem Krieg kehrte er als 40 % kriegsinvalid zurück.
1923 trat Ahorner in die NSDAP ein. 1925 wurde er außerdem SA-Führer. Im selben Jahr wurde er NSDAP-Ortsgruppenleiter. Nachdem er von 1927 bis zum Herbst 1930 als Führer dem Steirischen Heimatschutz angehört hatte, trat Ahorner der neu gegründeten NSDAP zum 1. November 1930 bei (Mitgliedsnummer 301.903)[2] und fungierte bis 1938 als Orts- und Bezirksleiter der NSDAP. Von 1932 bis 1933 stand er zudem der nationalsozialistischen Gemeindefraktion in Bruck an der Mur vor. Im Juni 1933 wurde er auf Anordnung des Kreisgerichts Leoben wegen Hochverrats verhaftet, musste jedoch aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen werden. Von 1934 bis April 1939 war er NSDAP-Kreisleiter in Bruck an der Mur.
Während der NS-Herrschaft in Österreich saß Ahorner als Abgeordneter für die „Alpen- und Donau-Reichsgaue“ im nationalsozialistischen Reichstag. Ahorner, bereits seit 1930 als Gauredner tätig, wurde im Dezember 1941 zum Gauredner in der Reichspropagandaleitung der NSDAP ernannt. In der SS, der er zum 1. Februar 1938 beitrat (SS-Nummer 304.032),[3] erreichte er zum 20. April 1941 den Rang eines SS-Untersturmführers.
Am 16. März 1948 wurde Ahorner durch das Volksgericht Graz zu einer Strafe von zehn Jahren schwerem Kerker verurteilt. Die Strafe wurde vor allem mit Ahorners Rolle als Kreiswahlleiter bei der nach dem deutschen Einmarsch in Österreich angesetzten Volksabstimmung über den „Anschluss Österreichs“ an das Deutsche Reich begründet:
„Der Angeklagte war zuerst, wie er selbst zugibt, Kreiswahlleiter. Auch dieser fällt schon unter den Tatbestand nach Artikel 1 Absatz 6 KVG, da durch die Vorbereitungen zu einer sogenannten Wahl dem Auslande gegenüber bereits eine Propaganda mit Zahlen gemacht werden sollte, die angeblich hinter Hitler standen, und dies die erste Stufe zur Errichtung der NS-Gewaltherrschaft in Österreich war.“[4]
Ahorner starb ein Jahr später, am 6. August 1949, kurz vor seinem 60. Geburtstag. Wenige Tage vor seinem Tod wurde er, während er im Stefanie-Spital in Leoben behandelt wurde, wieder in die römisch-katholische Kirche, aus der er 1939 ausgetreten war, wieder aufgenommen.[1]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Erich Stockhorst: 5000 Köpfe. Wer war was im 3. Reich. 2. Auflage. Arndt, Kiel 2000, ISBN 3-88741-116-1.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Karl Ahorner in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Eintrag im Geburtsbuch der römisch-katholischen Pfarre Pernegg Nr. 46/1889 (Online).
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/191043
- ↑ Bundesarchiv R 9361-III/514173
- ↑ Institut für Juristische Zeitgeschichte: Jahrbuch der Juristischen Zeitgeschichte, Bd. 8, 2006/2007, S. 42.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ahorner, Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Politiker (NSDAP) |
| GEBURTSDATUM | 8. September 1889 |
| GEBURTSORT | Kirchdorf, Steiermark |
| STERBEDATUM | 6. August 1949 |
| STERBEORT | Leoben |