Julius Vogel (Kunsthistoriker)
Carl Julius Vogel (* 4. Mai 1862 in Penig, Sachsen; † 31. August 1927 in Oybin) war ein deutscher Kunsthistoriker, Publizist und Direktor des Museums der bildenden Künste Leipzig.
Ausbildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Julius Vogel kam als Sohn des Arztes und Verfassers eines homöopathischen Standardwerkes Carl Gustav Vogel (* 11. Dezember 1832 in Penig; † 17. April 1865, ebd.) und dessen Ehefrau Marie Louise, geborene Löbe, in Penig zur Welt, wuchs jedoch nach dem frühen Tod des Vaters im Hause seines Großvaters William Löbe in Leipzig auf. Dort besuchte er die Bürgerschule und das Nicolaigymnasium und studierte von 1881 bis 1885 an den Universitäten Leipzig und München Archäologie und Kunstgeschichte als Schüler von Johannes Overbeck, Anton Springer und Heinrich von Brunn. 1885 wurde er in Leipzig bei Johannes Overbeck mit einer archäologischen Arbeit promoviert.
Tätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach seiner Promotion arbeitete er zunächst an der Leipziger Stadtbibliothek, bereiste anschließend zu Studienzwecken Italien und hielt sich in Rom auf, als er im Dezember 1887 durch den Rat der Stadt Leipzig zum Direktoralassistenten an das Museum der bildenden Künste unter Theodor Schreiber berufen wurde. 1897 ernannte man Vogel zum Kustos der Gemäldesammlung und betraute ihn zugleich mit der Verwaltung der städtischen Grafiksammlungen. 1902 erfolgte seine Ernennung zum königlich-sächsischen Professor.
Als Nachfolger Schneiders war Julius Vogel von 1912 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 1. März 1924 Direktor des Museums der bildenden Künste in Leipzig. Als solcher erwarb er sich besondere Verdienste durch die Neuordnung der Gemälde- und Skulpturensammlung sowie als Freund und Förderer von Max Klinger und Otto Greiner, wobei es ihm gelang, eine umfassende Sammlung ihrer Werke für das Museum anzukaufen.
Als Publizist veröffentlichte er neben Schriften zu Klinger und Greiner grundlegende Werke über das Kunstschaffen Anton Graffs, Arnold Böcklins, Raffaels und Bramantes sowie über die Geschichte seines Museums. Darüber hinaus konnte er sich einen bedeutenden Ruf als Goetheforscher und Italienkenner erwerben.
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ritter der französischen Ehrenlegion
- Ritter des Herzoglich Anhaltinischen Hausordens Albrecht des Bären I. Klasse
Veröffentlichungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Scenen euripideischer Tragödien in griechischen Vasengemälden. Archäologische Beiträge zur Geschichte des griechischen Dramas. Leipzig 1886 (= Dissertation, Digitalisat).
- Das städtische Museum Leipzig von seinen Anfängen bis zu Gegenwart. Leipzig 1892.
- Anton Graff. Bildnisse von Zeitgenossen des Meisters in Nachbildungen der Originale. Ausgewählt und erläutert. Leipzig 1898
- Goethes Leipziger Studentenjahre. Ein Bilderbuch zu Dichtung und Wahrheit als Festgabe zum 150. Geburtstage des Dichters. Leipzig 1899.
- Leipzig zu Beginn des XX. Jahrhunderts. Ein Gang durch die Stadt / Zusammengestellt von Julius Vogel. Leipzig 1901.
- Max Klingers Leipziger Skulpturen: Salome, Kassandra, Beethoven, das badende Mädchen, Franz Liszt. Leipzig 1902.
- Das Römische Haus in Leipzig. Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des neunzehnten Jahrhunderts. Leipzig 1903.
- Aus Goethes römischen Tagen, Kultur- und kunstgeschichtliche Studien zur Lebensgeschichte des Dichters. Leipzig 1905.
- Bramante und Raffael. Ein Beitrag zur Geschichte der Renaissance in Rom. Leipzig 1910.
- In der Stadt die Lagunen. Skizzen zu Goethes Aufenthalt in Venedig. Leipzig 1912.
- Karl Spitzweg. Acht farbige Wiedergaben seiner Gemälde, mit einer Einführung. Leipzig 1915.
- Otto Greiners graphische Arbeiten in Lithographie, Stich, und Radierung. Wissenschaftliches Verzeichnis. Leipzig 1915
- Goethe in Venedig. Leipzig 1918.
- Käthchen Schönkopf. Eine Frauengestalt aus Goethes Jugendzeit. Leipzig 1920.
- Goethes Leipziger Studentenjahre. Bilder und Erläuterungen zu Dichtung und Wahrheit. Leipzig 1922.
- Otto Greiner. Künstlermonographie, Bd. 114, Velhagen & Klasings, Bielefeld 1925 (Werkverzeichnis, alle Arbeiten auf Papier).
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Illustrirte Zeitung, Nr. 3613 vom 26. September 1912, S. 553.
- Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers, Heft 20, 1927, S. 646f.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Nachlass in der Bayerischen Staatsbibliothek München
- Bildnis von Julius Vogel auf einer Medaille von 1913
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Vogel, Julius |
| ALTERNATIVNAMEN | Vogel, Carl Julius (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kunsthistoriker |
| GEBURTSDATUM | 4. Mai 1862 |
| GEBURTSORT | Penig, Sachsen |
| STERBEDATUM | 31. August 1927 |
| STERBEORT | Oybin |