Evangelische Kirche (Mainz-Drais)
|
| |
| Basisdaten | |
|---|---|
| Konfession | evangelisch |
| Ort | Mainz, Deutschland |
| Baugeschichte | |
| Architekt | Helmut Duncker |
| Fertigstellung | 1967 (in Hackenheim), 2003 (versetzt nach Drais) |
| Baubeschreibung | |
| Einweihung | 2003 |
| Baustil | Moderne |
| Bautyp | Rheinische Holzmontagekirche Typ A |
| 49° 58′ 18,4″ N, 8° 11′ 29,5″ O | |
Die Evangelische Kirche Mainz-Drais befindet sich im gleichnamigen Stadtteil von Mainz. Sie gehört zur Maria-Magdalena-Gemeinde Drais-Lerchenberg.[1]
Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kirche liegt am südlichen Ortsrand von Drais in der Marc-Chagall-Straße. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der städtische Kindergarten. An der Kirche beginnt ein rund anderthalb Kilometer langer Feldweg zum Lerchenberg.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Drais gehörte lange zum Mainzer Kurstaat, weshalb die Bewohner auch nach der Reformation katholisch blieben. Erst in der napoleonischen Zeit siedelten sich allmählich Protestanten um Mainz an. Als 1888 die Landpfarrei Mainz gebildet wurde, wurde Drais, gemeinsam mit Finthen, Gonsenheim und Marienborn, zunächst der Kirchengemeinde Bretzenheim unterstellt. Bereits 1893 wurde die Gemeinde geteilt und eine Pfarrei in Gonsenheim eingerichtet, zu der Finthen und Drais von nun an gehörten.[2] 1895 gab es gerade einmal 15 Protestanten in Drais.[2] Vor dem Zweiten Weltkrieg sollen es sogar nur noch fünf gewesen sein.[3] Erst mit dem enormen Wachstum der Nachkriegszeit siedelten sich auch vermehrt Protestanten im Ort an.[4]
1955 wurde die Evangelische Kirche in Finthen errichtet und damit auch die eigenständige Kirchengemeinde Finthen/Drais.[2] Die Verbindung der beiden Orte reicht bis in die Franzosenzeit zurück, als beide Orte eine Mairie bildeten.[5] In den 1980er Jahren gab es Versuche sich von Finthen zu lösen und der Kirchengemeinde Lerchenberg zugeordnet zu werden.[3] Heute bilden Drais und Lerchenberg die Maria-Magdalena-Gemeinde.[1]
Gebäude
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die kleine Zahl evangelischer Christen in Drais nutzte zunächst die Bibliothek des Altenheims, welche von den katholischen Schwestern der göttlichen Vorsehung zum Gottesdienstraum umgestaltet worden war. Nach einer kurzen Nutzung des Schulsaals, die zu Zerwürfnissen mit dem zuständigen Lehrer führte, kehrte man schließlich in den Saal des Altenheims zurück.[3]
Das heutige Kirchengebäude wurde 1967 zunächst in Hackenheim bei Bad Kreuznach errichtet, um der dortigen evangelischen Kirchengemeinde als Gottesdienstort zu dienen.[6] Anfang der 2000er Jahre erwarb diese die ehemalige katholische Kirche, die seit der Einweihung der neuen Kirche St. Michael 1965 anderweitig genutzt worden war.[7][8] Daraufhin wurde die alte Holzmontagekirche nach Drais verkauft.[7] Aufgrund der Bauweise konnte sie abgebaut und 2003 am heutigen Standort wieder aufgebaut werden.[6] Sie ist damit neben der Thomaskirche in der Oberstadt eine von zwei Kirchen dieses Typs in Mainz.
Seit 2024 wird die Kirche auch als Café und Veranstaltungsraum unter dem Titel „Cafédrale“ genutzt.[9]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Willkommen in unserer Kirchengemeinde. In: ev-gemeinde-drais-lerchenberg.de. Ev. Maria-Magdalena-Gemeinde Drais-Lerchenberg, 26. Februar 2026, abgerufen am 5. Oktober 2026.
- 1 2 3 Otto Böcher: Zur Geschichte der evangelischen Pfarrei Finthen und ihrer Kirche. In: Festschrift. 25 Jahre Evangelische Kirche Mainz-Finthen/Drais. 1956-1981. Mainz 1981, S. 24–26.
- 1 2 3 Anneliese Rück: Die Entwicklung des evangelischen Gemeindelebens in Drais. In: Festschrift. 25 Jahre Evangelische Kirche Mainz-Finthen/Drais. 1956-1981. Mainz 1981, S. 34–36 (Die vorliegende Quelle berichtet von einer Abstimmung, bei der sich eine Mehrheit der Draiser Protestanten für den Wechsel nach Lerchenberg ausspricht, macht jedoch keine Aussage, ob dieser auch erfolgte.).
- ↑ Elmar Rettinger: Vom Leben, Lieben und Sterben: Die Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Drais vom 17. Jahrhundert bis Heute. In: regionalgeschichte.net. Institut für geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz e.V., abgerufen am 5. Oktober 2026.
- ↑ Ferdinand Bodmann: Statistisches Jahrbuch für das Departement Donnersberg. Florian Kupferberg, Mainz 1811, S. 279.
- 1 2 Karin Berkemann: Mainz-Drais, Cafédrale. In: Moderne regional. moderneREGIONAL gUG, 28. August 2024, abgerufen am 5. Oktober 2026.
- 1 2 Ev. Kirchengemeinde Hackenheim. In: vg-badkreuznach.de. Verbandsgemeindeverwaltung Bad Kreuznach, abgerufen am 5. Oktober 2026.
- ↑ Hackenheim. In: bistummainz.de. Kath. Pfarrei Heilige Hildegard von Bingen, Rhein und Nahe, abgerufen am 5. Oktober 2026.
- ↑ Karsten Packeiser: Umnutzung mit Geschmack: Von der Kirche zur Cafédrale. In: katholisch.de. 3. August 2024, abgerufen am 5. Oktober 2026.
