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Abraham Lincoln (Schiff)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Abraham Lincoln
Abraham Lincoln, Golf von Alaska (2002)
Abraham Lincoln, Golf von Alaska (2002)
Schiffsdaten
Flagge Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Schiffstyp Flugzeugträger
Klasse Nimitz-Klasse
Heimathafen San Diego
Bauwerft Newport News Shipbuilding, Newport News
Bestellung 27. Dezember 1982
Kiellegung 3. November 1984
Stapellauf 13. Februar 1988
Übernahme 30. Oktober 1989
Indienststellung 11. November 1989
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 332,85 m (Lüa)
317,0 m (KWL)
Breite 40,8 m
Tiefgang (max.) 11,3 m
Verdrängung 106.300 t
 
Besatzung 6275 Personen
Maschinenanlage
Maschine 2 × A4W-Reaktor
4 × Turbinensätze
Maschinen­leistung 260.000 PS (191.230 kW)
Höchst­geschwindigkeit 30 kn (56 km/h)
Propeller 4
Bewaffnung
Sensoren
Ausstattung
Flugdeckabmessungen

332,85 m × 76,8 m

Luftfahrzeugkapazität

90

Die Abraham Lincoln, auch USS Abraham Lincoln (Kennung: CVN-72), ist ein Flugzeugträger der Nimitz-Klasse der United States Navy. Der Name wurde zu Ehren von Abraham Lincoln, dem 16. Präsidenten der USA, gewählt.

Das Schiff wurde von der Newport News Shipbuilding Company in Newport News, Virginia, gebaut. Die Indienststellung erfolgte auf der Marinebasis Norfolk, Virginia. Nach einer umfangreichen Generalüberholung in Bremerton, Washington, ist die Abraham Lincoln seit 1997 in der Naval Station Everett, Washington beheimatet. Im Mai 2007 war das Carrier Air Wing Two (CVW-2) auf der Abraham Lincoln stationiert.

Vom 19. August 2021 bis zum 18. Mai 2023 war Captain Amy Bauernschmidt Kommandantin der Abraham Lincoln und die erste Frau, die einen US-amerikanischen Flugzeugträger kommandierte.[1]

Nach der Indienststellung 1989 kehrte das Schiff noch einmal für mehrere Wochen ins Trockendock zurück, da Kühlwasser aus dem Reaktor ausgelaufen war. Nach der Überführung in den Pazifik im September 1990 sollte im Mai 1991 der erste Einsatz folgen. Das Schiff wurde in den persischen Golf entsandt, um als Kommandoschiff der Alliierten Streitkräfte die Nachbereitung des Zweiten Golfkrieges durchzuführen. Noch während der Fahrt wurde das Schiff jedoch auf die Philippinen umgeleitet, um Staatsbürger der USA nach dem Ausbruch des Vulkans Pinatubo zu evakuieren.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Operation lief der Träger den persischen Golf an, um an der Überwachung der von den USA und Großbritannien eingerichteten Flugverbotszonen im Süden des Irak teilzunehmen. Auch 1992, 1995 und 1998 war das Schiff in dieser Funktion im persischen Golf im Einsatz.

1993 wurde die Abraham Lincoln vor die Küste Somalias entsandt, um Unterstützung bei der UN-Friedensmission zu leisten. 1997 fand eine einjährige Modernisierung des Schiffes statt.

Nach den Anschlägen des 11. September 2001 wurde das Schiff in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt und in den Indischen Ozean entsandt. Inwieweit der Träger an der Operation Enduring Freedom beteiligt war, ist unklar, da es hier widersprüchliche Informationen gibt. Vermutlich agierte er gemeinsam mit dem britischen Flugzeugträger Illustrious als Kommandoplattform für die alliierten Streitkräfte in Afghanistan.

2003 übernahm der Träger die Führungsrolle im Irakkrieg. Während sich das Schiff bereits auf dem Rückweg in die USA befand, landete US-Präsident George W. Bush am 1. Mai 2003 an Bord einer S-3B Viking auf der Abraham Lincoln. In einer medienwirksam inszenierten Rede erklärte er unter dem Schlagwort Mission Accomplished das Ende der Kampfhandlungen im Irak. Aufgrund der unbefriedigenden Gesamtsituation im Irak wurde dieser Auftritt lange Zeit kontrovers diskutiert. Im Zusammenhang mit diesem Besuch des Präsidenten gab es zum ersten Mal die Navy One.

Infolge des Seebebens im Indischen Ozean befand sich die Abraham Lincoln ab dem Jahreswechsel 2004/2005 zusammen mit Teilen ihrer Trägergruppe und dem Hubschrauberträger Bonhomme Richard mehrere Monate vor der Küste von Sumatra, um Katastrophenhilfe zu leisten (insbesondere Lufttransport von Hilfsgütern).

2006 war der Träger Teil der Übung Valiant Shield, der größten Übung der US-Streitkräfte im Pazifik seit Jahrzehnten. Nach einer Einsatzfahrt im Rahmen der Operation Enduring Freedom begann im Oktober 2008 eine neunmonatige Überholung in der Puget Sound Naval Shipyard, die 250 Millionen Dollar kostete. Im September 2010 folgte die erste Verlegung seit der Überholung, die Lincoln fuhr im Pazifik und im Persischen Golf. Im März 2010 vergab die US Navy den RCOH-Auftrag (Refueling and Complex Overhaul) an Northrop Grumman. Jeder Flugzeugträger der Nimitz-Klasse durchläuft diese Generalüberholung mit Reaktorwiederbefüllung einmal in seinem Leben. Arbeiten für 80,1 Millionen US-Dollar sind bereits vergeben, mit allen Optionen kann der Vertrag bis zu 678,6 Millionen US-Dollar wert sein.[2]

Am 7. Dezember 2011 verließ die Lincoln Everett Richtung arabisches Meer, wo der Träger das Schwesterschiff John C. Stennis ablöste. Am 22. Januar 2012 durchquerte der Träger die Straße von Hormus, ohne dass dies unmittelbar zu einem Zwischenfall führte[3][4] und legte am 1. Februar 2012 im Hafen von Bahrain an. Bis Anfang Juli wurde die Operation Enduring Freedom unterstützt. Am 16. Juli passierte die Abraham Lincoln den Sueskanal und legte darauf im Hafen von Antalya an. Von dort kehrte der Träger nicht an die Westküste der USA zurück, sondern fuhr nach Ablösung durch die Dwight Eisenhower zur Naval Station Norfolk.

In Norfolk wurde der Flugzeugträger auf die für Anfang 2013 geplante Refueling and Complex Overhaul (RCOH) vorbereitet. Wegen Budgetkürzungen bei der Navy wurde die Generalüberholung verschoben, sodass erst am 28. Mai 2013, anderthalb Monate später als geplant, die Abraham Lincoln zu Newport News Shipbuilding geschleppt wurde. Nach einem Dockaufenthalt wurde die Abraham Lincoln im Herbst 2014 wieder ausgedockt. Zu diesem Zeitpunkt war die Fertigstellung noch für 2016 geplant.[5] Nach dieser vier Jahre dauernden Generalüberholung verließ der Träger jedoch erst am 9. Mai 2017 um 10 Uhr die Werft zu einer viertägigen Testfahrt vor der US-Ostküste[6] und wurde am 12. Mai an die Navy übergeben.

Einsatz im Irankrieg 2026

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Im August 2026, während des Einsatzes im Irankrieg 2026, kam es zu massiven Klagen von 200 Angehörigen von Seeleuten über Versorgungsprobleme, Erschöpfung und sinkende Moral an Bord. Auch über Probleme mit den Duschen, der Wäscherei und den Toilettenanlagen wurde berichtet. Es soll vermehrt zu psychischen Krisen gekommen sein. Der Träger ist seit November 2025 im Dauereinsatz. Verschiedene Politiker, darunter Senator Richard Blumenthal, Mitglied des Verteidigungsausschusses, haben sich eingeschaltet.[7] Die Versorgungsengpässe erklärten sich durch den Ausfall des Logistikstützpunkts in Bahrain sowie alternativer Versorgungshäfen, da diese und deren Versorgungswege in Reichweite der iranischen Streitkräfte oder deren verbündeten Huthi im Jemen waren.[8] Einziger verfügbarer Logistikstützpunkt war der britische Militärstützpunkt Diego Garcia inmitten des Indischen Ozeans, etwa 3500 km vom Golf von Oman entfernt. Diego Garcia ist nicht für die Versorgung zweier Trägergruppen ausgelegt. Außerdem sind die Strecken, die Versorgungsschiffe nach Diego Garcia und von dort zu den zu versorgenden Kriegsschiffen zurücklegen müssen, deutlich größer als sie von anderen Stützpunkten wären.[8] Vermutlich war die Versorgungslage auf den drei den Flugzeugträger begleitenden Zerstörern wesentlich schlechter, da diese geringere Lagermöglichkeiten an Bord hatten.[8] Am 21. August 2026 wurde berichtet, dass die Abraham Lincoln von der George Washington abgelöst wurde und sich auf dem Weg Richtung Heimat befindet.[9]

Im September 2026 sagte US-Marine-Staatssekretär Hung Cao, dass acht Crewmitglieder des Verbandes um die USS »Abraham Lincoln« versucht hätten, sich das Leben zu nehmen. Er beantwortete eine Anfrage der demokratischen Senatorin Kirsten Gillibrand. Cao räumte ein, dass es »lokale Ausfälle bei den Abflüssen« und Probleme mit der Entsalzungsanlage gegeben habe.[10][11] Am 8. Oktober wurde die Abraham Lincoln in ihrem Heimathafen San Diego zurück erwartet.[12] Gewöhnlich ist ein Flugzeugträger 6–7 Monate im Einsatz, wobei alle 30–45 Tage die Vorräte aufgestockt werden.[12] Die Abraham Lincoln war jedoch insgesamt 10,5 Monate im Einsatz, sieben Monate davon ununterbrochen auf See ohne Hafenbesuch, da die Marineführung der Meinung war, dass es keine sicheren Häfen für einen Stopp gegeben habe.[12]

  • 27. Juli 1989 – Austreten von Kühlwasser aus dem Reaktor
  • 29. Juni 1991 – Zusammenstoß von zwei F-14 Tomcats in der Luft. Beide Crews überleben.
  • 8. Juli 1991 – Absturz einer F-14 Tomcat. Beide Besatzungsmitglieder werden gerettet.
  • 9. Juli 1991 – Eine EA-6 Prowler muss nach technischen Problemen auf der Abraham Lincoln notlanden.
  • 24. August 1991 – Eine F-18 Hornet stürzt nach dem Start ins Meer. Der Pilot kann gerettet werden.
  • 25. Oktober 1994 – Lieutenant Kara Spears Hultgreen, die erste F-14-Pilotin der Welt, stirbt bei einem Landeunfall.
  • 9. September 2000 – Eine F-18 Hornet stürzt in den Persischen Golf, der Pilot kommt ums Leben.
Commons: USS Abraham Lincoln (CVN-72) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ KS: USS „Abraham Lincoln“ beginnt Einsatzfahrt: Erster Flugzeugträger mit weiblichem Kapitän. 4. Januar 2022, abgerufen am 28. Januar 2022.
  2. ↑ Northrop Grumman Awarded Planning Contract for the Refueling and Complex Overhaul of USS Abraham Lincoln (CVN 72). Northrop Grumman, 17. März 2010, abgerufen am 18. März 2010.
  3. ↑ US-Flugzeugträger trifft im Persischen Golf ein. spiegel.de, abgerufen am 7. Oktober 2026.
  4. ↑ US-Flugzeugträger kreuzen vor Iran (Memento vom 30. Januar 2012 im Internet Archive)
  5. ↑ Video: USS Abraham Lincoln Refloated at Newport News. In: gcaptain.com. November 2014, abgerufen am 15. November 2024 (englisch).
  6. ↑ Überholung des Träger CVN 72 abgeschlossen: „Lincoln“ macht erste Fahrt nach vier Jahren. In: Flug Revue. 10. Mai 2017 (archivierte Kopie. [Memento vom 14. Juli 2017 im Internet Archive] [abgerufen am 15. November 2024]).
  7. ↑ Klage über Missstände - "USS Abraham Lincoln" wird wohl abgelöst. In: TAZ. 13. August 2026, abgerufen am 14. August 2026.
  8. 1 2 3 Priya Sridhar, Lindsey Pipia: ‘We didn’t plan for this’: How the Iran war left the USS Abraham Lincoln short on supplies. In: www.ms.now. 21. August 2026, abgerufen am 21. August 2026 (englisch).
  9. ↑ Courtney Kube, Mosheh Gains, Kyla Guilfoil: USS Lincoln heads home after extended deployment to the Middle East. In: www.nbcnews.com. 21. August 2026, abgerufen am 21. August 2026 (englisch).
  10. ↑ Eight US sailors assigned to USS Abraham Lincoln attempted suicide, Navy says. bbc.com, abgerufen am 24. September 2026 (englisch).
  11. ↑ Missstände auf Flugzeugträger USS »Abraham Lincoln« – Marine bestätigt acht Suizidversuche. spiegel.de, abgerufen am 24. September 2026.
  12. 1 2 3 Priya Sridhar: The USS Abraham Lincoln is almost home. Now Democrats want investigations. In: www.ms.now. 7. Oktober 2026, abgerufen am 7. Oktober 2026 (englisch).
  13. ↑ Patrick Hoeveler: USA fliegen Angriffe auf Huthi-Stellungen im Jemen – Carrier-Variante F-35C feiert Feuertaufe. In: flugrevue.de. Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, 14. November 2014, abgerufen am 15. November 2024.
  14. ↑ Iran: „USS Abraham Lincoln“ getroffen – USA widersprechen. ORF at/Agenturen red, 1. März 2026, abgerufen am 1. März 2026.