Religion und Gesellschaft

Tochter von Alexander Gauland wird Pfarrerin für den interreligiösen Dialog

Die evangelische Theologin tritt ihre neue Stelle in der Landeskirche an. Ihr Vater ist Ehrenvorsitzender der AfD. Die Pfarrerin teilt seine Positionen nicht.

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Alexander Gaulands Tochter Dorothea hält eine Predigt. 

Alexander Gaulands Tochter Dorothea hält eine Predigt. 

© Katholische Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt

Ihr Nachname hallte voraus, bevor Dorothea Gauland zum 1. Dezember ihre Stelle als Landespfarrerin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) antrat. Gauland soll sich in ihrer neuen Funktion um den interreligiösen Dialog etwa mit Muslimen kümmern. Manche mag das angesichts von Gaulands Biografie erstaunen. Ihr Vater Alexander Gauland ist Gründungsmitglied der AfD. Die in Teilen als rechtsextrem geltende Partei wählte den heute 82-Jährigen 2019 zum Ehrenvorsitzenden.

Die Theologin arbeitete in den vergangenen Jahren in einer vergleichbaren Funktion als Pfarrerin für Ökumene und interreligiösen Dialog im Dekanat Mainz der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Dorothea Gauland wurde 1981 geboren und wuchs in Frankfurt am Main auf. Sie studierte Theologie in Heidelberg, Rom und Berlin. Die Pfarrerin wurde für sechs Jahre auf die beim Berliner Missionswerk angebundene Stelle berufen. Sie tritt die Nachfolge von Andreas Goetze an. Er kümmerte sich zehn Jahre lang für die EKBO um den interreligiösen Dialog.

Die EKBO lobt die Gauland-Tochter

Die Landeskirche rühmt in einer Mitteilung Gaulands Befähigung für die neue Stelle. Die Pfarrerin verfüge über große interkulturelle Kompetenz in internationalen Zusammenhängen und habe im Dialog mit anderen Religionen sowie in der Arbeit mit Migranten großes Engagement gezeigt, erklärt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD).

Bekannt ist, dass Gauland 2016 einen Flüchtling aus Eritrea bei sich beherbergt hat. Die Theologin hält sich mit Äußerungen zu ihrem Vater und seiner politischen Arbeit zurück. Einmal, im Jahr 2016, entlockten Journalisten der Pfarrerin einen Kommentar zu einer Wortmeldung ihres Vaters. Alexander Gauland sprach damals davon, dass sich Deutschland bei einer von ihm geforderten Grenzschließung nicht von Kinderaugen erpressen lassen dürfe. Dorothea Gauland sagt gegenüber dem Zeit-Magazin: „Ich finde es schrecklich, was er sagt.“ 

Wie oder ob der politische Dissens das Verhältnis von Vater und Tochter prägt, möchte die Pfarrerin als Privatangelegenheit betrachtet wissen. Ihr Vater lebt in Potsdam und damit in der Nähe des neuen Wirkungsortes seiner Tochter. Dorothea Gaulands bisheriges Wirken hat die EKBO offenkundig überzeugt, in ihr die richtige Kandidatin für den Dialog der Religionen zu sehen.

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